Ein paar in mittelalterlicher roter Gewandung als Symbol für Lebensfreude

Auferstehung der ungelebten Lebensfreude

In Gesundheit für die Seele by Matthias A. Exl6 Kommentare

Auf der Bootsfahrt durch das Leben besteht für den Menschen immer die Gefahr, die wahre Lebensfreude zu verlieren. Lebensfreude ist pure Lebenskraft, die Freude am Sein, die Freude an allem, die kindlich staunende Sicht auf das Wunder des Lebens. Ja, die Welt gehört mir, alles ist möglich, nichts unmöglich.

Lebensfreude kennt keine Dogmen, kein „du kannst nicht“, „du darfst nicht“, oder schon gar nicht „nicht jetzt“…. Lebensfreude gibt der gesamten Existenz unendlichen Sinn, denn sie entspringt aus der schöpferischen Quelle allen Seins: Gott, dem Selbst, Buddha, Allah, Krishna… Gottes Erfahrung liegt in der Freude an jenem Spiel, in der Erkenntnis des Schönen, ja, im Spiel selbst. Lebensfreude ist der ultimative Ausdruck jenes Spiels.

Es ist ein leichtes, festzustellen, ob die Lebensfreude noch vorhanden oder schon längst abhanden gekommen ist: Lebst du schon oder funktionierst du nur? Bist du ein funktionierendes Zahnrad in einer riesigen Maschine voller Verpflichtungen, Zweifel, Ängste vor Konsequenzen und kreisenden Gedanken? Oder aber bist du im Flow und spürst die Urkraft, die durch alles fließt? Arrangierst du dich, weil es dir ein bekanntes und bequemes Leben ermöglicht, oder lebst du die tiefsten Träume, die einst in dir gesteckt haben und noch immer und immer lauter an die Türe der Befreiung klopfen? Hast du eine derart große Angst vor dem Ego, dass du die schönsten Dinge des Lebens nicht lebst? Doch wer hat die Angst vor dem Ego? Das Ego!

Der Plan: Erfahrung sammeln...

Der Sinn im Spiel ist Karma Yoga – Erfahrungen zu sammeln. Ich erlebe mich, ich erfahre, was es bedeutet, in dieser Welt zu sein. Bevor ich geboren wurde, erstellte ich mir diese Liste an geliebten Erfahrungen, die für meine Entwicklung unendlich wichtig sein würden. Darauf stand: als Kind erlebe unendliche Angst, um daraus zu erfahren, was es heißt, sich von dieser zu befreien. Außerdem wollte ich erfahren, was es bedeutet, auf die höchsten Berge zu steigen und in die tiefsten Täler zu fallen. Natürlich war dann auf der Liste wichtig, zu erkennen, dass die Hingabe rein zum Leben ohne Verankerung in Gott zu purem egoistischen Konsumieren des Lebens ausarten würde. So schrieb ich auf die Liste: erkenne die Lebensfreude, die Quelle allen Seins, lebe diese in Verankerung auf Gott…

Natürlich war es wichtig, all dies mit der Geburt zu vergessen, denn Entwicklung mit dem Wissen über das Ziel wäre unmöglich. Es sind aufeinander aufbauende Erfahrungen…

Wir sehen, wir leben einen perfekt gestalteten Lebensplan des Erfahrungssammelns. Keine Entscheidung wird heute getroffen, alle Entscheidungen sind schon längst getroffen, es gilt nur mehr, diese zu verstehen! Im Bewusstsein, dass ich das alles nicht bin, denn die wahre Natur ist Sein, Bewusstsein, Glückseligkeit. Doch es gilt diese Freiheit zu erfahren, nicht zu erdenken!

Kalte Spiritualität - Tod der Lebensfreude

Die unbegründete Angst vor dem Ego und auch die Frage nach „Wer bin ich?“ als zentraler Satz der wirklich wertvollen Advaita Vedanta kann bei falscher Ausführung zu spiritueller Arroganz und einem Verlust der Lebensfreude führen. Die Angst vor dem Ego und seinen natürlichen beobachtbaren Bedürfnissen sowie die Unterdrückung von Erfahrungen des Lebens im Streben nach Erleuchtung führt zu einer Erkaltung. SEI STILL! Dies steht dir nicht zu, fühle nicht, was du fühlst, es passt jetzt nicht! Wer sagt das? Weg mit dem Indikator, der mir sagt, ich muss mich verändern. Außerdem steht es meiner Erleuchtung im Weg. Om!

Ritter der am Boden liegtDiese Falle führt den Menschen direkt in die „kalte Stille“, eine spirituelle Leiche auf Zeit, scheinbar ruhig. Doch unter der Oberfläche befindet sich ein Krankheitsherd, der sich Verkümmerung nennt. Jene Verkümmerung durch den Verlust von gelebten Erfahrungen des Lebensplans führt zu Unlust, Unlust auf allen Ebenen. Am Leben, am Sein, am Mitmenschen, an allem. Spirituell wird diese Unlust in der ersten Zeit unter dem Mäntelchen Gleichmut versteckt, was aber in Wirklichkeit Resignation und kalte Gleichgültigkeit geworden ist.

Dies steht im Gegensatz zum Eigentlichen, einer Lebensfreude die getragen ist von einer warmen Gleichgültigkeit – alles ist gleich gültig: jede Erfahrung ist weder gut noch schlecht, es ist Erfahrung für die ich nur ein Wort auf meinen Lippen trage: DANKE! Danke, danke, danke!

Was ist zu tun?

Es ist also an der Zeit zu fragen: spüre ich mich verbunden mit der Quelle und erlebe wahre Lebensfreude? Oder habe ich mich schon längst resignierend arrangiert? Ist die Lebensfreude abhandengekommen, und dir wird dies bewusst, ist der erste Schritt der Heilung geschehen. Was ist nun zu tun?

  • Schritt 1: Akzeptanz! Ja es ist so.  Erlaube dir alles in diesem Kontext zu fühlen, was du fühlst. Ja, du kannst die Emotionen beobachten, du bist dir vielleicht sogar bewusst, diese nicht zu sein.
  • Schritt 2: Annahme! Ja, ich erlebe, wie ich verkümmere. Ich bin bereit für jede notwendige Veränderung, um wieder mit der Lebensfreude verbunden zu sein. Herr mache mich zu deinem Werkzeug und führe mich zurück zu dir. Es ist völlig gleichgültig, was es mich kostet.
  • Schritt 3: Geduld! Warte ab, bis sich das reinigende Gewitter wieder aufgelöst hat, die Emotionen, die in alle Extremrichtungen gesprungen sind, sich in einer  Richtung auszubilden beginnen. Du wirst spüren, dass diese neue Richtung dir eine Form der Ruhe schenkt, die du in deinem alten Sein nicht erlebst. Achte auf Synchronizitiäten, die das Gewitter und die nachfolgende Klärung nur so auf dich hageln lassen wird.
  • Schritt 4: Klarheit und Handlung! Selbst wenn du tiefste Unruhe empfindest, kommt der Moment, wo Klarheit Einzug hält. Die Unruhe stammt rein von den Zellen, die wissen, dass neue Bewusstseinsinformation auf sie zukommt. Das Zellbewusstsein ist in diesem Fall träge und erzeugt Unruhe, will zurück in das Altbekannte und erzeugt Angst. Gleichzeitig wirst du wissen, was zu tun ist: setze es um! Ohne Angst vor der Konsequenz! Versuche aber immer im Einklang mit den Werten zu handeln: Wahrheit, Rechtschaffenheit, Gewaltlosigkeit, Friede und Liebe. Du hast jedes Recht - OHNE DOGMEN des Verstandes hochzuhalten - dich in jeder dir gewünschten Form zu verändern, nutze diese unglaubliche Chance in deinem Leben, dies zu tun, halte dich nur an die Herzenswahrheit  und du wirst die Zeit der Veränderung mit Freude durchschreiten und die Konsequenzen werden sich im Rahmen halten.
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Du hast die Erlaubnis zu leben, du hast die Erlaubnis zu sein, frei durchzuatmen und jede notwendige Erfahrung zu machen. Erlebe wahre Lebensfreude und du erlebst ein Leben voller Feuerwerke der Freude, Erkenntnis, Leichtigkeit und der Möglichkeit zu fliegen! Die äußeren Umstände sind dann nur mehr eine Widerspiegelung des inneren Zustands.

Freue dich, sei mutig und schreite voran – fürchte dich nicht, ich bin immer bei dir, egal in welcher Form…

Du bist die lebendige Verkörperung der Lebensfreude! Wiederentdecke und lebe sie!

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Bücher, die ich zur Thematik Lebensfreude und Erwachen gerne empfehle

In Verbundenheit,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

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Matthias A. Exl, MBA arbeitete viele Jahre erfolgreich im Ausland in leitenden Positionen internationaler Konzerne. Es folgte eine Phase der Neuorientierung, in der sich Matthias die Frage stellte, ob Geld, Status und Macht tatsächlich glücklich machen können. Im Streben nach Werten und Sinn verlagerte Matthias seine Tätigkeit in den NPO Bereich. Matthias ist Initiator des erfolgreichen Zauberwald Projekts und publizierter Autor (vgl. „Befreie dich selbst! Über die Kunst wahrhaftig zu leben“, 2008). Außerdem arbeitet Matthias als Spezialist für digitales Marketing, freier Journalist, bloggt auf https://befreie-dich-selbst.com über philosophische Themen und ist Gründer von Two Wings und Digicube.

Kommentare

  1. Oh, ich kenne die Lebensfreude sehr gut. Und das alles Eins ist, ist mir von Kindheit an selbstverständlich. Ich selbst habe mir manchmal erlaubt, zu allem dazuzugehören, aber immer öfter bin ich zurückgeschreckt. Die pure Lebensfreude wurde öfter gefolgt von einem Kater: warum sollte mir das zustehen? Was ist der Preis?
    Denn die meiste Energie habe ich darauf verwendet, meine Existenz zu rechtfertigen. Natürlich dadurch, gemocht zu werden, aber ja nie im Weg zu sein. Ich konnte voll und ganz sein unter Menschen und Wesen, die mich vollkommen akzeptiert haben – es sei denn, die ‘Geschenke’ wurden zu gross. Dann musste ich weg. Vor allem konnte ich mich durch Leistung rechtfertigen. Wenn man aufgrund von Leistung gebraucht wird, darf man auch da sein, muss sogar da sein!! Und das hilft sehr.
    Dann kam aber mein Zusammenbruch aus totaler Erschöpfung… und ich habe meinen Weg wieder gesucht. Vor Jahren schon wollte ich mein Leben zurück.
    Zuerst kam der Punkt, an dem ich nicht mehr konnte. Und daraufhin wollte ich auch nichts mehr. Nichts, auch nichts von dem, was mir sonst immer Freude gemacht hat.
    Dann das Gefühl, das ich weitermachen muss – das ging aber nicht.
    Dann war ich eine Weile einfach nur, und das war ein ganz ruhiges, wenn auch müdes, Sein. Denn währenddessen habe ich nichts geleistet. Und damit keine Rechtfertigung nach Aussen.
    Mit Reiki kam ein viel bewussterer Aspekt von Spiritualität, und Erwartungen. Zuerst fühlte es sich an, als würden die Erwartungen bitter enttäuscht werden. Was mir sehr geholfen hat, ist die vollkommene Überzeugung, dass jede einzelne Erfahrung sehr wertvoll ist und dass ich sie wirklich WILL. Es kamen abwechselnd Enttäuschungen, Freuden, Erkenntnisse, viel Bewegung, vieles, was sehr direkt Sinn machte.
    Dann kamen, nach meinem schlimmsten Verlust, überraschenderweise Ruhe und Zufriedenheit. Eine altbekannte Ruhe ohne klare Erwartungen. Dann leichte Freude.
    Und jetzt darf ich SEIN. Und Leben. Die Lebensfreude und das Ganze unmittelbar erleben. Denn, wie mir kürzlich vermittelt wurde: ich bin nicht unwürdig. Ich verdaue es noch.
    ICH BIN NICHT UNWÜRDIG. Kein bisschen.
    DANKE!!!!!!

    P.S.: …nur falls sich das alles für jemand schlimm anhört: es war kein schlimmes Leben. Oh nein. Je ne regrette rien….

    1. Liebe Ilona;

      Danke für Deine Zeilen!

      es hört sich im Moment vielleicht schlimm an, wenn man die Zeilen einfach mal so drüber liest.

      Aber niemand, wirklich niemand welcher zu solche Gefühle durch diese Zeilen zeigt, hat es nicht verdient geliebt zu werden.

      Dein Leben hat in dir Spuren hinterlassen und ich denke dass du den richtigen Weg findest, auch wenn man oft abbiegen zurückkehren und einfach wieder weitergehen muss.

      Alles Liebe Dir

      Angelika

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