Eine Frau, die durch ein Feld läuft

Hilfe bei Burnout & Stress?

In Gesundheit für die Seele by Matthias A. Exl12 Kommentare

Ein Tabuthema unserer Zeit – das Burnout – wird von vielen Menschen nicht als solches erkannt bzw. werden die Symptomatiken verleugnet. Dabei birgt gerade das Burnout eine wirkliche Chance auf Veränderung! Sehr oft dreht sich alles im Leben um Arbeit und Gelderwerb. Doch sind wir dabei wirklich glücklich oder spüren wir Druck und Stress? Das Burnout beantwortet diese Frage auch jenem Menschen, der zuvor auf die leise, ermahnende innere Stimme der Unzufriedenheit nicht gehört hat.

Persönlich war ich vor vielen Jahren vom Burnout betroffen… Ich arbeitete in – die Gesellschaft würde sagen – “hoher” Position, studierte “nebenbei” und versuchte gleichzeitig eine Beziehung zu leben. Ich hatte viele große, klar definierte Ziele und setzte alles daran, diese auch alle zu erreichen. Was sollte daran auch falsch sein? Viele Menschen machen dies so, sehr viele davon auch mit großem Erfolg. Bei mir schien es so jedenfalls nicht mehr zu funktionieren: Irgendwann begannen scheinbar irrationale Angstzustände, Nachtschweiß, Magenbeschwerden und noch weitere „Eigenheiten“ meines Körpers. Natürlich spricht man nicht darüber, wenn man selbst betroffen ist und nicht mehr richtig funktioniert. Es wäre ein Zeichen von “Schwäche”, dies zuzugeben. Parallel zu dieser Entwicklung verlor ich mehr und mehr Freunde, dafür mehrten sich meine Small Talk-Kontakte… Am absoluten Tiefpunkt angelangt, hatte ich jegliche Freude am Leben verloren.

Burnout

Ich erkannte in dieser Phase meines Lebens, dass es nur zwei Möglichkeiten für mich gab: Die eigene “Seele”, meine Gefühlswelt absterben zu lassen, um weiter zu funktionieren oder etwas in meinem Leben grundlegend zu ändern! Veränderung? Angst machte sich schon beim Aussprechen des Wortes breit. Da war so viel, was mich störte, was ich nicht mochte, was ich nicht aushielt, was ich nicht mehr tun wollte.

Wo also anfangen?

Hier verwende ich gerne ein Symbol dafür, wie unser Leben aufgebaut ist: Stelle dir vor, es umgeben dich Kreise. Fangen wir mit dem engsten Kreis an, der in direktem Kontakt mit einem selbst steht. Welche Thematiken gilt es hier zu lösen? Beziehung? Eltern? Frau? Mann? Kinder? Was tut mir weh? Was macht mich unglücklich? An diesem Punkt erkannte ich, dass mein kleiner Kreis gefüllt war mit großen Problemen, die zu lösen unmöglich schienen. Und genau hier kam ich zur Erkenntnis: Weil diese so schwer zu lösen schienen, stürzte ich mich in meine Arbeit – es war meine Fluchtreaktion vor dem “Grauen des Alltags”. Dies bedeutete: Es ging mir besser in meiner Karriere und dem Leben in der Firma als in meinen direkten Beziehungen zu den Menschen, die mir eigentlich am nächsten stehen sollten. Der Wahrheit ins Auge zu blicken, zu erkennen, wie unglücklich man ist, erfordert Mut. Mut zur Wahrheit. Und Mut zur Veränderung, die es möglich macht, neue Wege einzuschlagen, die man vorher zu gehen nicht einmal zu träumen gewagt hat.

Vergesse nicht: Machst du weiter wie bisher, mit all den kleinen Lügen, wird dein Leben morgen genau so aussehen, wie es heute aussieht. Der Schmerz geht weiter, die Probleme gehen weiter, das gefühlte Leiden geht weiter. Veränderst du etwas, wie klein oder auch groß es aussehen mag, verändert sich die Zukunft mit dir.

Erkenne, wie es zum Burnout kommt: Der menschliche Geist fokussiert sich auf Arbeit – weg von einem nicht mehr existenten privaten Lebensalltag, der unter Umständen selbst zu viel Stress bedeutet. Die Arbeit wird zum Leben, der Preis dafür ist der schleichende Verlust von Lebensfreude. Doch es gibt noch einen anderen inneren Antrieb, jede Energie in die Arbeit zu investieren: Dies ist das Erfolgsmuster jener Menschen, die durch Erfolg Anerkennung suchen! Jeder Mensch sehnt sich bewusst oder unbewusst nach Liebe, nach dem Gefühl angenommen zu werden. Die Suche nach Anerkennung ist lediglich Ausdruck der eigenen inneren Unsicherheit. Habe ich mich nie bedingungslos geliebt gefühlt, tendiere ich dazu, diese Liebe über Bedingungen zu bekommen: Leistung oder Misserfolg, Lob oder Trost.

Bedingungslose Liebe

So stelle dir die folgenden Fragen:

  • Habe ich mich in meinem Leben jemals bedingungslos geliebt gefühlt? 
  • Wenn ja, von wem?
  • War es wirklich bedingungslos?

Um dem Drang nach Anerkennung zu begegnen und wahre innere Anerkennung bzw. Zufriedenheit zu finden, ist es wichtig zu erkennen, dass es unmöglich ist, mit “Bedingungen, die erfüllt werden” bedingungslose Liebe zu erhalten. Bedingungslose Liebe fließt zu dir, weil du du bist und nicht weil du leistungsfähig bist. Wieso haben viele Eltern das Problem, der bedingungslosen Liebe Ausdruck zu verleihen? Weil sie selbst oft die bedingungslose Liebe nicht empfangen hatten. Es bedeutet nicht, dass von Eltern diese bedingungslose Liebe nicht für das Kind empfunden wird. Es wurde lediglich nie gelernt, dieser Ausdruck zu verleihen.  Es fehlt an der Erfahrung, dass wahre bedingungslose Liebe niemals an einen Preis gebunden ist, sondern frei als Geschenk gegeben werden sollte.

Bist du bereit für Veränderung oder hast du Angst vor ihr?

Vielleicht ist es an der Zeit, Veränderungen im bestehenden Leben einzuleiten. Doch was hindert uns daran, Veränderung zuzulassen? Die Angst vor der Konsequenz einer Veränderung! Daher ist es wichtig, die Ängste vor Veränderung zu bearbeiten. Diese sind das eigentliche Hindernis, warum wir Dinge, die uns schaden, nicht verändern. Es ist die ANGST davor, nicht noch einmal so einen scheinbar guten Job zu bekommen, ANGST, nicht genug zu verdienen, ANGST, alleine zu bleiben, wenn ich in der Beziehung meine wahren Gefühle kommuniziere. Es ist die ANGST vor so vielen Konsequenzen… All jene Ängste sitzen tief im eigenen Unterbewusstsein und lassen sich nicht durch Scheinsicherheiten wie Geld, Besitz oder Status vertreiben.
Um bleibend frei von Ängsten zu werden, benötigt es den Willen, an sich selbst zu arbeiten. Es erfordert den Mut, zu erkennen, dass es meine eigenen Entscheidungen und übernommene Verhaltensmuster waren, die mich in meine jetzige Situation gebracht haben. Stelle dir die Frage:

  • Wieso tue ich wirklich, was ich tue?
  • Wieso lebe ich das Leben so, wie ich es lebe?
  • Bin ich wirklich glücklich, so wie ich mein Leben lebe?

Sei ehrlich zu dir selbst! Erlaube dir selbst keine Ausreden. Ist es vielleicht so, dass du den Wünschen oder der Meinung anderer entsprechen möchtest?

Auch interessant:  Das Wesen der Liebe – Die große Liebe. Teil 2

Wem mache ich was recht?

Die Frage ist also:

WEM will ich WAS Recht machen? Meinem Vater? Meiner Mutter? Meinen ehemaligen Klassenkameraden?

Bei mir persönlich war es so, dass ich die Antworten auf die Fragen gefunden hatte. Ich war schon zu Schulzeiten meistens der, der beim Turnen bei Spielen nicht beliebt war… In mir entstand ein Gefühl “es allen zeigen zu wollen” – zu zeigen, dass ich „mehr wert“ war. Dadurch entstand ein tiefer, niemals endender Karrierewunsch, der mich zu Höchstleistungen anspornte, aber im Burnout endete. Mit dem Erkennen des Problems verlor dieser Wunsch an Kraft, ich erkannte die “Sinnlosigkeit” meines eigenen Tuns. Ich erkannte, dass das, nach dem wir uns alle sehnen, eigentlich nur folgende Dinge sind: „Glücklich sein“ und „Liebe“. Leider sind diese beiden Dinge sehr oft an Ziele und Verhaltensweisen geknüpft, die uns krank machen. Und hier bewahrheitet sich, dass man Glück und Liebe nicht kaufen kann. Diese warten darauf, von ehrlichen und mutigen Menschen von ganz alleine und völlig kostenlos erfahren zu werden.

Der Ausweg aus dem Burnout

Durch Mut zur Veränderung, dem Prozess, der eigenen Angst in die Augen zu sehen und durch die Auseinandersetzung mit mir selbst hat sich mein Leben drastisch verändert. Diese Veränderung ist für jeden Menschen möglich, der bereit ist, sein Leben und seine sich wiederholenden Handlungen zu hinterfragen.  Dadurch ergeben sich die notwendigen Schritte:

  • Gehe mutig und ohne Angst vor der Konsequenz an jedes Problem heran.
  • Sei dir bewusst: Es ist besser, ein Ende mit Schrecken zu erleben, als einen Schrecken ohne Ende.
  • Höre auf dich „durchzuwursteln“. 
  • Wenn du Hilfe benötigst, habe keine Angst, dich professionell beraten zu lassen.
  • Öffne dich neuen Wegen, gehe neue Wege!
  • Vielen Menschen ist es ergangen wie dir, viele hatten ebenso große Angst vor der Veränderung. Viele haben aber auch erlebt, wie gut die Veränderung der eigenen Psyche getan hat.
  • Bereinige dein Leben und sei dir dabei bewusst, dass du auch ein Recht auf dein “Nein” hast. Du musst nicht allen und jedem entsprechen!
  • Fühlst du Trägheit, Angst vor der Konsequenz, Teilnahmslosigkeit oder andere starke dich blockierende Emotionen, empfehle ich dir die Arbeit mit den Zwillingseigenschaften!
  • Fällt es dir schwer, Menschen oder problematische Situationen loszulassen, mache die Übung des Loslassens von Phyllis Krystal

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass du dem Thema Burnout mit einer Erhöhung des Serotonin Spiegel begegnest. Dies kann auf natürliche Weise geschehen, indem du zum Beispiel Lebensmittel zu dir nimmst, die dies unterstützen. Sandra hat hier ein Rezept mit Video Anleitung für euch zusammengestellt (Serotonin Glück Smoothie).

Anleitung zur Selbstreflexion - Eine Frau, die an einem Teich sitzt und ein Buch liestMein Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, habe ich einen Leitfaden zusammengestellt, in dem ich beschreibe, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen. Die Abonnenten meines Blogs (das Abo ist kostenlos) können den Leitfaden zur Selbstreflexion gratis herunterladen. Hier kannst du dich eintragen, wenn du über neue Artikel von mir informiert werden möchtest, inklusive Gratisdownload meines achtseitigen Booklets.

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Bücher, die ich zum Thema Burnout gerne empfehle

In Verbundenheit,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

Teile dieses Artikels von Matthias Exl sind vor längerer Zeit in verschiedenen Online Portalen erschienen. Es handelt sich um eine editierte erweiterte Fassung.

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Angelika

Lieber Matthias,

wir müssen nicht nach Außen zu gehen um in das Innere zu gelangen. Ich denke das dies wahrhaftig vorhanden ist!

Nur der Respekt, die Liebe und die Aufmerksamkeit an jedem Tag, bei jeglicher Gelegenheit zu senden und zu empfangen sollte unsere Aufgabe sein.

Das sind so meine Gedanken…..

alles Liebe

Angelika

Norbert Schuster

Lieber Matthias
Ich weiß dass ich etwas verändern muss, sonst gehe ich kaputt. Ich habe schon viel geschafft. Trotzdem sitzt die Angst im Nacken, manchmal auch so ein “Ach, ist doch alles egal” Gefühl. Hoffe dass ich das packe.
Danke für den Text. Hat mir sehr geholfen.
LG Norbert

Silvia

Lieber Matthias!
Ich glaube, dass ich in meinem Leben am einem Punkt bin, wo ich mich selbst verloren habe. Ich arbeite lieber anstatt bei meiner Familie zu sein weil ich so große Angst habe etwas falsch zu machen
Deshalb hat sich bei mir mittlerweile auch das “mir ist alles egal Gefühl durchgesetzt.

Liebe Silvia, ich kenne das Gefühl sich selber verloren zu haben. Auch ich hatte mich vor Jahren selber verloren. Ich steckte viele Jahre in einer Depression. Da ich keinen anderen Ausweg mehr wusste, habe ich Hilfe bei Gott gesucht. Das Göttliche hilft immer. Wir müssen es nur anerkennen, realisieren, dass es in uns ist. Wenn wir Gott lieben, lieben wir uns selbst und unser Leben. Und dann entwickeln wir ebenfalls Vertrauen und Stärke zu unserem Leben. Denn wir dürfen glüklich sein und dürfen ebenfalls das von uns weisen, was nicht gut für uns und unser Leben ist. Ja, es bedarf… Weiterlesen »

Lieber Matthias, ich finde den Artikel sehr gut. Aus eigenen Erfahrungen sich anderen mitzuteilen, hilft immer, weil die Menschen fühlen, dass es authentisch ist. In meinem Leben war es ähnlich. Vor zehn Jahren noch war ich ein depressiver Mensch. Heute, nachdem ich den Jakobsweg 2005 gegangen bin, habe ich eine wundervolle Frau gefunden, meine Berufung als Schriftsteller und spiritueller Lehrer. Das hätte ich mir vor 10 Jahren nie und nimmer zugetraut. Ich empfehle jedem Menschen, der in schwierigen Situationen steckt, kleine Schritte zu unternehmen. Manchmal reicht es sich Zeit für einen Freund zu nehmen und mit ihm eine Tasse Kaffee… Weiterlesen »

Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Manolo,

gestatte mir bitte einige Zeilen,zu deinen Gedanken.Ich finde deinen Satz wunderschön “Wir bekommen immer Hilfe,wenn wir Vertrauen entwickeln.

Diese Erfahrung kann ich nur vollkommen bestätigen..Seid ich beginne mir selber mehr Eigenliebe zu schenken, fliesst so vieles leichter in meinem Leben.

Ich dachte immer geben zu müssen, mir alles hart verdienen zu “müssen” erst dann könne ich ES annehmen….

DEM ist nicht so!!

ein erfülltes und glückiches Leben sei uns allen geschenkt!!

Ich danke dir!

Herzlich

Rebekka

Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Matthias, danke für deine Gedanken über das grosse Zeitthema “Burnout”…. Ich habe dazu einmal folgenden Satz gehört: Nur wer brennt, kann “verbrennen”………… In einer Leistungsgesellschaft wie der unseren wird natürlich dem der sich “ordentlich”reinkniet zuerst applaudiert, ist er/sie danach “erschöpft” so wendet sich das Blatt. Mit “Verlierern” will das System weniger zu tun haben!! Die Gedanken sich Hilfe zu holen sind für mich ja schon ein Teil der VERÄNDERUNG, denn der Mensch erkennt ES…. Und wieder liegt es in unserer Hand oder Macht, dieses auch zu tun. Ich gebe schon zu, das auch Mut und Ausdauer dazugehören.Doch ich glaube… Weiterlesen »