Ein großer Adler im Flug

Agieren statt reagieren

In Gesundheit für die Seele by Matthias A. Exl17 Kommentare

Es ist möglich, aus dem Hamsterrad auszubrechen. Nicht das Hamsterrad zwingt mich so schnell zu laufen, sondern das Hamsterrad dreht sich so schnell, weil ich so schnell laufe! Was dies mit einem Leben bestehend aus Reaktionen zu tun hat, erkläre ich im heutigen Blogeintrag.

Viele Menschen fragen sich: „Wie bewerkstellige ich eine Veränderung meiner Situation?“. Der Hintergrund dieser Frage kann beruflicher als auch privater Natur sein. Gemeinsam haben die beiden Bereiche, dass Veränderung meistens schwierig scheint und die Antwort auf die Frage oft lange auf sich warten lässt. Dem aufmerksamen Leser ist es wahrscheinlich nicht entgangen, dass ich bei der Thematik „Veränderung“ ein wahrer Spezialist geworden bin.

Reaktion

Es liegt in der Natur des Menschen, sich an Situationen anzupassen. Evolutionäre Anpassung ist eine Fähigkeit, die uns über die Jahrtausende das Überleben gesichert hat und Teil unserer Verhaltensweise ist. Mehr noch: evolutionäre Anpassung macht auch vor einer Veränderung unseres Verhaltens nicht halt. Der Mensch ist geradezu dafür gemacht, problematische Situationen zu erkennen und sich an diese anzupassen. Dies trifft auf Jahrtausende als auch Sekunden zu. Doch genau hier liegt ebenso eines der größten Probleme des Menschen: er ist trainiert darauf, zu reagieren! Wir nehmen etwas wahr, was sich für uns problematisch anfühlt und reagieren darauf. Die Situation als gesamtes wird hierbei oft nicht erfasst, sondern lediglich der Teilaspekt, der gerade weh tut. Es wird dann vielleicht eine Entscheidung über den Teilaspekt getroffen und etwas verändert, bis die nächste untragbare Situation auftritt. Die Folge ist eine Reihe von kleinen scheinbaren Korrekturen, die insgesamt die Situation aber nur unwesentlich verbessern. Tatsache ist, dass in diesem Fall die Aneinanderreihung von Schmerzpunkten das Leben steuert bzw. den Lebensplan schreibt. Das Leben lebt mich, nicht ich das Leben.

Wie erkenne ich, ob ich ein reagierender Mensch bin:

  • Liebe ich es, mir selbst leid zu tun?
  • Freue ich mich über jede Möglichkeit, mich über etwas zu beklagen?
  • Bin ich eifrig im Beurteilen meiner Mitmenschen?
  • Geschehen mir laufend unschöne Dinge?
  • Bestimmen äußere Einflüsse mein Leben?
  • Bin ich überzeugt davon, dass es jedem so geht und dies nicht zu ändern ist?

Aktion

Im Gegensatz dazu gibt es die Menschen, die aus der Schleife des Reagierens ausbrechen und sich entscheiden, wirklich inne zuhalten, um eine größere Bilanz des Lebens zu ziehen. Es ist sowohl ein gedanklicher Prozess, das Konzept des Reagierens loszulassen, als auch eine Mischung aus Erfahrung und Reife, die uns erlaubt, aktiv das Leben zu gestalten.

Agieren statt reagieren

Wie breche ich aus dem Kreislauf der Reaktionen aus bzw. unterbreche diesen?

  1. Der erste Schritt ist, zu ERKENNEN! Ich spreche von der Bereitschaft, einen wichtigen Gedanken zu akzeptieren: es ist möglich, aus dem Hamsterrad und meinem reagierenden Verhalten auszubrechen. Nicht das Hamsterrad zwingt mich, so schnell zu laufen, sondern das Hamsterrad dreht sich so schnell, weil ich so schnell laufe! Schon beim Lesen spüren Sie vielleicht den Widerstand: „NEIN, ich kann nicht weil…“ und genau hier liegt das erste große Problem. Sie verschließen sich der Möglichkeit der Freiheit und sehen dadurch nicht, dass die Zellentüre weit offen steht.
  2. Der zweite Schritt ist, sich die nachfolgenden Fragen zu stellen:
  • Wer bin ich wirklich?
  • Wie bin ich wirklich?
  • Wie habe ich mich entwickelt?
  • Lebe ich mein Leben und anerkenne ich den Wert eines jeden Tages?
  • Wenn ich nur noch sechs Monate zu leben hätte, wie würde ich diese verbringen?
  • Wenn ich drei Wünsche frei hätte, was würde ich mir wünschen?
  • Brauche ich tatsächlich all das, was ich mir erschaffen habe?
  • Wenn ich neu beginnen könnte, wie würde ich es tun?
  1. Der dritte Schritt ist, aus den Antworten auf die Fragen eine Bilanz zu ziehen und diese nieder zu schreiben. Wie viel hat die Bilanz mit meinem jetzigen Leben zu tun? Bin ich zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle? Bin ich glücklich?
  2. Der vierte Schritt ist, aus der Schlussfolgerung Aktionen zu setzen. Was kann ich kurz-, mittel- und langfristig wie umsetzen? Haben Sie keine Angst vor drastischen Entscheidungen. Die Angst und die üble Nachrede von außerhalb des engsten Familienverbandes (Partner und Kinder) stehenden Personen kann hierbei völlig außer Acht gelassen werden. Niemand lebt Ihr Leben als Sie selbst. Wenn Ihr Partner Sie wahrlich liebt, ist er auch an Ihrem Wohlergehen interessiert. In diesem Fall wird er die Notwendigkeit einer Veränderung verstehen und an seinen eigenen Ängsten in diesem Zusammenhang arbeiten, Sie so bei der Erneuerung unterstützen zu können.
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Es ist wichtig, zu erkennen, dass es immer möglich ist, jetzt das Fundament für ein neues Leben zu setzen. Dies ist mit oder ohne Partner, mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Job immer möglich. Erkennen Sie, dass dies möglich ist. Dies ist der erste Schritt zur wahren Freiheit, in der man aktiver Schöpfer und nicht mehr ein ausgeliefertes Opfer einer scheinbar schwierigen Welt ist.

Ich freue mich auf Ihre Gedanken!

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In Verbundenheit,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

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Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Matthias, Herzensdank für deinen Beitrag “Agieren, statt reagieren” der ja viele ASPEKTE in sich birgt….. Ja,das Wort INNEHALTEN mag ich ja besonders gerne, denn der Mensch der dann “anhält” und “aussteigt” aus diesem immer schneller, sich drehenden Hamsterrad,hat die grosse Chance und Gelegenheit sich selber zu erblicken und sich auch diese Fragen zu stellen, die du erwähnst……….. Ich erkenne das ich und alle anderen Mitmenschen Schöpfer der eigenen “Wirklichkeit” sind…….. Also sind FÜR MICH nun gerade die Lebenserfahrungen und auch die Reife, der Wendepunkt in meinem Leben!! Und weniger ist tatsächlich MEHR!! Wenn mich z.bsp.mal ein “Fremder/e” herzlich auf… Weiterlesen »

Norbert

Genau. Das Leben zu ändern ist mit oder ohne Partner, mit oder ohne Kinder möglich. Selbst wenn ich als Elternteil “erkenne”, jetzt und genau an diesem Punkt meinen eigenen Weg zu gehen und Kind und Partner dabei zurücklasse. Die Mutter wird das dem Kind (wenn sie mich liebt und es daher versteht) dann eh erklären worum es geht und hoffentlich wird es das Kind später auch verstehen warum der Papi gegangen ist. Wenn nicht, hat es eben Pech gehabt. Es muss dann lernen, niemandem dafür die Schuld zu geben außer sich selbst, wenn es sich darüber ärgert. Aber dafür ist… Weiterlesen »

Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Norbert, ich kann dir in vielem nur mit einem Kopfnicken beipflichten. Gerade wenn man Elternpflichten hat,ist die eigene “Veränderung” immer weitergreifender und kann auch Wellen schlagen. Und tut ES auch!!!! Als ich noch nicht Mama war,hatte vieles nur für mich Konsequenzen,NUN ist alles “weiter” geworden. Die Fragen die du am Ende deines Beitrages stellst sind für mich auch interessant, es ist ja auch immer die Frage, WIE Veränderung interpretiert wird?? Thema: Verletzen! Oft ist es schwierig,hier auch bei inneren Veränderungen, das deinem Gegenüber zu erklären,denn oft muss man erst selber damit ins “reine” kommen….. Das karmische Hamsterrad, wie du… Weiterlesen »

Norbert

Liebe Rebekka, Ja, das mit den Scheidungen ist insofern ein Problem, als dass der Bund der Ehe wohl eher eine Floskel zu sein schein, als ein bewusster, lebensverändernder Akt. Unlängst waren wir bei einem Elterntreffen eingeladen, bei dem einer der Väter ein bedrucktes T-Shirt trug, das in Piktogramm-Symbolen eine Ehefrau und einen Ehemann darstellte, darunter der Text: “GAME OVER.” Witzigerweise drückt dieser Slogan eigentlich genau das aus, was so umgekehrt interpretiert wird. “Das Spiel ist aus” sollte eigentlich bedeuten, dass wir von nun an Verantwortung zeigen und ein Versprechen abgeben – vermutlich das einzige, worauf sich ein Mensch zukünftig verlassen… Weiterlesen »

Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Norbert, danke für deine Gedanken.Ja, das Thema Ehe….. Ich persönlich glaube das man wie bei jeder Beziehung,ABER gerade in dieser Nahbeziehung immer wieder reflektieren muss wo man als einzelner aber auch als “PAAR” steht…. Wie heisst es so schön den “Bund fürs Leben” eingehen…… Und das ES nicht immer leicht ist, wissen wir wohl alle aus dem “Alltag”…..Ich bin auch der Meinung, das bevor zwei Menschen ein Leben lang unglücklich nebeneinander dahinleben, sich scheiden lassen sollten. Doch oft habe ich heute den Eindruck,das viele zu schnell das “Handtuch” werfen,und dann von einer Beziehung in die andere “flüchten”………Weils dann zum… Weiterlesen »

Nanna6

Hallo lieber Matthias, Gespannt bin ich eigentlich auf deine/ eure Veränderung. Deine videos sind weg, dein Foto hat sich verändert , was hat sich bei dir verändert? Ich ändere mich für mich selbst. Agiere für mich und die Umwelt reagiert auf mich . Für mich eigentlich nur positiv. @norbert: du hast völlig Recht, das Leben völlig umkrempeln mit einem kleinem Wesen dass man angenommen hat geht nicht so ohne Verluste! Aber man kann ja auch erst mal die Veränderung in sich selbst vornehmen, ohne die äusseren bedingungen zu ändern . Oder sehe ich das falsch? Mein ” Baby ” ist… Weiterlesen »

Norbert

Hi Susanne

Ja, es stimmt. Die Veränderungen reifen von innen heraus und färben auf die Umgebung ab. (Zumindest meiner Erfahrung nach). Ausserdem denke ich dass Du dabei gar nichts falsch sehen kannst, denn Jede(r) handelt nach ihren/seinen eigenen richtig-oder-falsch-Vorstellungen. Wichtig ist eigentlich nur, dass wir mit unseren Entscheidungen anderen gegenüber behutsam umgehen und für unsere Taten die volle Verantwortung übernehmen.

Liebe Grüße,
Norbert

Nanna6

Lieber Norbert,
Zu deinem Kommentar kann ich nichts hinzufügen, da stimme ich dir absolut zu.
Ein schönes Wochenende 🙂

Gerti Lintner

Lieber Matthias!
Der Vergleich mit dem Rad des Hamsters,entspricht unserem Leben.Es wird gelaufen,bis die Grenzen überschritten sind.
Ein Neuanfang,läßt erkennen,dass die Veränderung längst nötig war,damit die kleinen Schritte ,wenn überhaupt noch möglich
schwer geworden sind.Danke für dein Teilen.