Ein Mann, der auf einem Berg steht und in das Tal schaut

Veränderung: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu

In Allgemeine Themen, Gesundheit für die Seele by Matthias A. Exl24 Kommentare

Dieses Zitat von Karl Wolf Biermann(1) beschreibt die Notwendigkeit, sich im eigenen Leben nicht gegen Veränderungen zu wehren. Diese sind Teil des Lebens und werden oft gefürchtet und vermieden. Dabei wachen wir jeden Morgen als eine sowohl physische als auch psychische leicht veränderte Form unserer selbst auf. Veränderung ist daher ein natürlicher Prozess, aber dennoch fällt es vielen Menschen schwer, den Lauf der Dinge zu akzeptieren.

Kürzlich erhielt ich als Workshopleiter bei einem Kongress im Wiener Allgemeinen Krankenhaus ein ungewöhnliches Feedback einer Teilnehmerin: Ich sei gänzlich anders gewesen als all die Jahre zuvor. Diese Worte hatten nicht nur mit der Veränderung meines Äußeren, sondern vor allem mit der Veränderung meines Auftretens und meiner gedanklichen Welt zu tun.

Radikales Umsetzen einer inneren Verwandlung

Das letzte Jahr hat sehr vieles in mir freigesetzt, was in den  Jahren zuvor in einem selbst erschaffenen Käfig mit goldenen Gitterstäben gefangen war. Jene aus Dogmen des Verstandes und Gewohnheit bestehende Begrenzungen hielten den Ausbruchsversuchen des nach wahrer Erfahrung strebenden Herzens nicht mehr stand, und Verwandlung geschah. Für viele war die radikale Form meiner Umsetzung des inneren Rufs nicht nachvollziehbar und natürlich gab es auch für mich selbst genügend Momente des Haderns und Zweifelns. Gerade in jenen Momenten, wo das größere Bild und der Sinn schwer zu erkennen sind, wird das wahre Vertrauen überprüft.

Komödie des Lebens

Auf unserer Pilgerwanderung in Kaschmir offenbarte sich Sandra und mir eine Ansammlung von Synchronizitäten, die all den vergangenen Geschehnissen und Veränderungen einen wunderbaren Kontext schenkten. Wunder geschahen und unsere Treffen mit unglaublichen Personen legten Teile unseres Lebensplans offen und halfen so die Ereignisse besser nachvollziehen zu können. Wir sehen es als unfassbar großes Geschenk, so tief hinter die Kulissen der eigenen Komödie, welche sich Leben nennt, blicken zu dürfen.

Eine Frage der Authentizität

Die Folge war eine klare Sicht auf die Dinge, die da kommen werden und eine daraus resultierende, weitere Bereinigung von Situationen, die sich belastend auswirkten. Es ist eine Frage der Authentizität, ob ich an Altem – oftmals erfolgreichen Projekten – aus Opportunismus festhalte oder mir selbst ein radikales Loslassen erlaube. Das folgende Beispiel verdeutlicht dies:

YouTube und Blog

Ich erhielt in der letzten Woche viele Emails von Abonnenten meines YouTube Kanals, die enttäuscht feststellten, dass meine Videos verschwunden waren. Mit über 1700 Abonnenten und mehr als 160.000 Aufrufen waren die Videos tatsächlich erfolgreich und halfen vielen Menschen, was aus den Kommentaren hervorging. Gleichzeitig lieferten die Videos dem Blog neue Leser und schufen ebenso Aufmerksamkeit für mein Buch, was als Autor immer gerne gesehen ist, denn selbstverständlich freue auch ich mich über Buchverkäufe.  Und dennoch habe ich die Videos entfernt, mehr noch: ich habe sie entfernen müssen. Es ist eine Frage der geistigen Inventarisierung: ich nehme nun die Zwischentöne von Aspekten wahr, die mit meinem jetzigen Zustand wenig zu tun haben. So ist eine Überarbeitung der von mir vermittelten Inhalte notwendig, um hinter diesen stehen zu können. Dies bedeutet nicht, dass die Inhalte falsch waren. Es bedeutet lediglich, dass Dinge damals von mir zusätzlich einflossen,  die bereinigt gehören. Auch wenn es mir wirtschaftlich schadet, und ich ganz einfach die Frage der Authentizität ignorieren könnte, wäre dies dennoch der verkehrte Weg. Authentizität bedeutet auch, die Konsequenzen zu ziehen, wenn dies notwendig geworden ist.

Dieser Blog hieß in seiner ursprünglichen Form „Stille ist meine Natur als Referenz zur Lehre der Advaita Vedanta. Meine Veränderung lies mich im vergangenen Jahr den Blog in „Vertrauen und Loslassen“ umbenennen. In den letzten Tagen benannte ich den Blog noch einmal um, um das Jetzt widerzuspiegeln: „Wahrhaftig leben“ ist der neue Titel für diese Seiten. Update 2017: Der Blog ist nun an mein Buch angepasst und heißt nun “Befreie dich selbst!”

Auch interessant:  Wahre Stille...

Veränderungen annehmen und leben

Das Leben macht uns Erfahrungen zum Geschenk. Mit jeder Erfahrung wachsen wir Tag für Tag. Mit jedem Tag sind wir etwas anders, ein bisschen verändert in unserem Seinszustand. Wir sind nicht mehr die, die wir gestern waren. Veränderungen sind Teil des Lebens, und es gibt zwei Möglichkeiten mit diesen umzugehen: Ich liebe oder hasse sie. Ich nehme sie an oder bekämpfe sie.

Sie haben daher die Möglichkeit, diese einfache Tatsache des Lebens anzunehmen und das Schöne daran zu sehen, auch wenn es manchmal weh zu tun scheint, oder aber Sie wehren sich gegen diese. Doch bedenken Sie: Widerstand gegen Veränderung verursacht immer mehr Schmerz, als die eigentliche Veränderung selbst verursachen kann. Daher ist Widerstand kein empfehlenswerter Weg.

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ – Reinhold Niebuhr(2)

So wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute und den notwendigen Mut, das zu ändern, was notwendig ist. Haben Sie Vertrauen und erlauben Sie sich selbst das Geschenk der Veränderung.

Anleitung zur Selbstreflexion - Eine Frau, die an einem Teich sitzt und ein Buch liestMein Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, habe ich einen Leitfaden zusammengestellt, in dem ich beschreibe, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen. Die Abonnenten meines Blogs (das Abo ist kostenlos) können den Leitfaden zur Selbstreflexion gratis herunterladen. Hier kannst du dich eintragen, wenn du über neue Artikel von mir informiert werden möchtest, inklusive Gratisdownload meines achtseitigen Booklets.

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Meine Buchempfehlung zum Thema Veränderung

In Verbundenheit,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

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Transformer

Danke für deinen motivierenden Zeilen. Das Phänomen der Synchronizität schlägt auch hier wieder zu. Ich habe für mich heute entschieden ab kommender Woche für mehrere Wochen in Askese leben und an meiner Bewusstseinsentwicklung aktiv zu arbeiten: Kein Alkohol, Nikotin, Koffein, Fleisch oder sonstige schädigende Substanzen.

Da schaue ich in meinen Posteingang und sehe, dass du genau das passende Thema dazu eingestellt hast. Schön! 🙂

Kompensation findet durch ein in sich gehen statt. Einfach einfach SEIN. 🙂

Eine spannende und hoffentlich nicht allzu aufreibende Zeit steht bevor. 🙂

Liebe Grüße
Greg

Nanna6

Hallo Matthias, auch wenn ich traurig bin ,dass du deine Videos heraus genommen hast, kann ich deine Beweggründe nur all zu gut verstehen und finde dass du dadurch um so ehrlicher und authentischer wirkst. Ich hoffe aber auf neue Videos? Werden sie kommen?
Liebe Grüße Susanne

Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Matthias, Du folgst deinem Herzen,mutig durch “alle” Zeiten!! WER kennt sie nicht, die Blicke zurück,und auch Zeiten des Haderns und der Selbstzweifel… Eine Karte mit einem wunderschönen Satz hängt in meinem Schlafzimmer: LEBE JEDEN TAG ALS EIN LEBEN FÜR SICH! HEUTE IST EIN NEUER TAG!! Momentan begegne ich wunderbaren Menschen,die mich im Herzen tief erreichen,es ist wie ein MAGNET….. Auch ich habe gerne in deine Videos hineingesehen, doch nun ist auch DAS eine Veränderung und gut so. Ein anderer “Kanal”öffnet sich wieder für dich!! Wir alle können authentisch leben,wenn wir bereit sind uns zu verändern………… DANKE für deinen Mut,und… Weiterlesen »

Lieber Matthias, ich finde Deine Worte zutreffend. Alles unterliegt Veränderungen – jeden Tag. Deine Aktion die Beiträge von Youtube zu entfernen, finde ich Klasse. Genauso bleibst Du authentisch. Das schöne und spannende am Leben sind schließlich Veränderungen. Der Mensch wird wundervollen Veränderungen begegnen, wenn er sich vertrauensvoll auf den Weg macht. Mit jedem Schritt verändert er sich, seine Welt und seine Umwelt. Natürlich gehört Mut dazu. Doch mit jedem Schritt, mit jeder Veränderung wächst der Mut, das Selbst vertrauen und Selbst bewusst sein (bewusst getrennt geschrieben). Vielen Dank für Deine wertvollen Veränderungen, die Du mit Deinen Mitmenschen teilst und ihnen… Weiterlesen »

Norbert

Vor vielen Jahren war ich über die Winterferien wieder mal bei meiner Großmutter im schön verschneiten Kärnten, und freute mich darauf als Sternsinger mit den anderen Jungs vom Ort durch die Gegend zu ziehen. Wir hatten bislang immer viel Spaß gehabt, die Burschenpartie hänselte die Mädchengrupe wenn sie ihnen begegnete, und sie dagegen klopften derbe Sprüche zurück oder zettelten schon mal nachdrücklich eine kleine Rauferei an. Das ging so ein paar Winter lang, bis ich eines Tages kurzfristig gebeten wurde, eine etwa gleichaltrige Sternsinger-Mädchengruppe eine kleine Route lang zu begleiten, da die betreffende Person wegen Krankheit ausgefallen war. Scheinbar war… Weiterlesen »

Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Norbert, als Mitschreiber und auch Leserin in diesem”Forum” danke ich dir für deine Sternsingergeschichte,die du in Kärnten erlebt und durchlebt hast, und nun hier niedergeschrieben hast. Vor allem das Beschreiben deiner Gefühle!! Und die Erfahrungen………….. Ich konnte mich richtig hineinfühlen…..Als ich 9 Jahre “alt” war zogen meine Eltern aus dem Gailtal ins Mölltal,und obwohl ich ja in diesem Land daheim war,war ich doch “fremd” im neuen Ort.Und traurig……….. Meine Freunde musste ich im vertrauten,gewohnten Umfeld “zurücklassen”und wurde dann in der dritten Volksschule als die “neue” Schülerin vorgestellt, ich stand vorne und der Klassenlehrer stellte mich vor…. Da ich furchtbar… Weiterlesen »

Norbert

Liebe Rebekka, Bin voll und ganz bei Dir was manche Deiner Ausführungen betrifft. Das “zu den Sternen fliegen” will ich, seit ich in den Siebzigern die erste Star-Trek Serie gesehen habe. Was die “wissenden” Menschen betrifft hast Du sicher recht, denn die Welt hat sich seit unserer Kindheit maßgeblich verändert. Ich denke, dass das Problem mit dem “Schein der trügt” darin liegt, dass durch die Erweiterungen unserer Möglichkeiten der Mensch an sich schlauer wirkt, wo im Nachhinein so manche Ungereimtheiten entstehen. Das ist entsprechend verwirrend wenn wir das “schlau sein” woanders suchen. Sich zu verkleiden ist ein eigenes Thema. Das… Weiterlesen »

Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Norbert,

danke dir für deine Antwort.Ja,das Thema wäre interessant für eine Gesprächsrunde,vielleicht haben auch noch andere “Mitschreiber” und “Leser” dazu Themen oder eigen Erlebtes.

ICH muss HEUTE und JETZT grade mal meine “Gedanken” neu formieren,weil ich mich über das Verhalten einer Firma (dummerweise) furchtbar geärgert habe.

Die Art und Weise wie man heute mit Bewerbern umgeht, ist ein “Unding”…..Teilweise würdelos…
DOCH ich weiss,das RICHTIGE kommt für mich und versuche mich eh wieder in heiterer Gelassenheit
.
Sorry,wenn ich dich damit gerade “belaste”.Aber Es musste einfach raus aus mir…..

auch dir liebe Grüsse aus dem nächtlichen Wien

Rebekka

Norbert

Liebe Rebekka, Zum Schluss: 1) Geh dort ohne Erwartungen rein und wieder raus falls es nichts wird mit der Bewerbung. Mit dieser Einstellung hatte ich immer Glück. Das heisst aber net, dass ich mich jetzt gehen lassen muss, im Gegenteil. Ich verkaufe mein Know-How als Ein Mann/Frau-Firma und habe das entsprechende Auftreten mit Fokus zum “anderen Unternehmer”: Take it or leave it. Dann verlasse ich als gleichberechtigter Mensch wieder den Verhandlungstisch und wende mich einem neuen “Geschäftspartner” zu. So hast du nie das Gefühl würdelos behandelt zu werden. Think big. 2) Das sogenannte Alter ist kein Nachteil, im Gegenteil. Viele… Weiterlesen »

Sandra

Lieber Matthias, Nach dem wunderschönen Schweigen letztes Jahr buchte ich mich im Stift St. Lambrecht zu Schweige Exerzitien ein. Meine innere Stimme beantwortete zwar meine Fragen, aber ein liebevolles Teilen und die Anteilnahme der anderen Teilnehmern und des Mönchs blieben aus, es blieb das Gefühl der Einsamkeit, des langen Weges der Bemühungen und die Erkenntnis, dass vieles noch zu integrieren ist. Ich habe die ganze Zeit geprüft, was zu ändern ist und ob ich alles richtig mache, so das mein jetziger Leitsatz lauten muss: Ich liebe mein Leben! (Das steht auch auf meinem “Gebet”, das ich jetzt wieder jeden Tag… Weiterlesen »

Rebekka Kopeinig-Shahali

Lieber Norbert, zuerst mal lieben Dank für deine Antwort und deine Betrachtungsweise und auch guten Ratschlägen,die ich gerne aufnehme!!! DANKE!! Ja,du hast recht mit den Erwartungen….Was hier meine “Gedankenneuformation” betrifft,war es ein Unternehmen welches im sozialen Bereich tätig ist…..Zur Erklärung, ich bin Krankenschwester von Beruf…. Ich hatte mich ein zweites mal über eine Inititativbewerbung beworben,also hatte ich Interesse an einer Mitarbeit. Der Punkt war, das ich wieder das selbe “Erlebnis” wie das erste mal hatte….. Es wurde ein Datum bekanntgegeben,wo eben nach mehreren Bewerbern, dann “Bescheid” gegeben wird, oder auch nicht….Oder ist es eine Floskel?? Mittlerweile glaube ich es in… Weiterlesen »

Hallo Matthias, beim Lesen deines Artikels hatte ich ein gutes Gefühl, einen authentischen Menschen vorzufinden. Welcher Autor/Selbständige stellt schon seine “Werke” aus dem Netz, mit denen er sich nicht mehr identifizieren kann, die ihm aber gute Besucherzahlen bringen. Vielen Dank für deine Worte. Wenn ich auf einem authentischen Lebensweg bin, zu meinem Kern und zu mir selbst, ist es unabdingbar, dass ich ehrlich bin, zu anderen und besonders zu mir selbst. Du schreibst: “Authentizität bedeutet auch, die Konsequenzen zu ziehen, wenn dies notwendig geworden ist.” Das kann ich voll unterschreiben. Und diese Angst vor Veränderung ist wirklich allgegenwärtig. Ich kenne… Weiterlesen »

Gertrud Steindl

Schön, wieder etwas von Dir zu lesen. Ich bin auf meinem Weg, manchmal habe ich das Gefühl, keinen Schritt weiter zu sein, dass wieder, wenn es mir gut geht, merke ich, ich habe doch viel gelernt. Alles Liebe, Gertrud