Eine Frau in einem Farbstrahl

Empathie und Intuition richtig nutzen

In Gesundheit für die Seele, Weltgeschehnisse & Auswirkung by Matthias A. Exl4 Kommentare

Empathie und Intuition sind Fähigkeiten des Menschen, die das Leben sowohl einfacher und leichter als auch schwieriger machen können. Je nachdem, wie die Fähigkeit eingesetzt wird. Identifiziere ich mich mit problematischen Wahrnehmungen, verstricke ich mich in Thematiken, die nicht dienlich sind. Betrachte ich klar und reflektiert die Wahrnehmung, kann diese ein Schlüssel zur größeren Erkenntnis sein.

Die Wirkungsweise von Empathie

"Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die Reaktion auf die Gefühle Anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung; je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten. Empathie spielt somit nicht nur in Bezug auf andere Menschen eine Rolle, sondern ist auch unter dem Aspekt der Selbstempathie bedeutsam." Quelle: Wikipedia(1).

Dank wissenschaftlicher Forschung wurde bekannt, dass die Spiegelneuronen direkt mit der empathischen Fähigkeit zusammenhängen. Es wurde nachgewiesen,  dass Spiegelneuronen auch daran beteiligt seien, dass man ‚automatisch‘ mitlache, wenn eine andere Person zu lachen beginnt. Gelächter sei ‚ansteckend‘, weil die für Spiegelneuronen bekannten Areale im prämotorischen Cortex dann besonders aktiv seien, wenn man positive Gefühlsausdrücke beobachte. In Experimenten hatte man Versuchspersonen Lautäußerungen vorgespielt, die Emotionen wie Triumph, Angst, Freude oder Ekel ausdrückten(2). Im zwischenmenschlichen Gespräch ist es durch Empathie möglich, Gefühle aber auch bei entsprechender Übung Gedanken anderer Menschen sehr genau wahrzunehmen.

Empathie richtig nutzen

Empathie als menschliche Fähigkeit kann bewusst als positives Werkzeug des Trosts, Zuhörens und Mitgefühl angewendet, aber auch unbewusst vom eigenen "Ich" in ein Drama verwandelt werden. Einige Beispiele, um dies zu verdeutlichen:

  1. Jemand kommt zu einer gefestigten in sich ruhenden Person (vgl. Prinzip Samyama(3): Samyama heißt Kontrolle, Konzentration, Sammlung des Geistes), um ein Gespräch über ein Problem zu führen. Der Geist des Zuhörers ist in diesem Fall konzentriert, ausgerichtet und ruhig. Der Zuhörer baut nun Verbindung zu dem Erzähler auf, ist dabei lediglich mitfühlender Betrachter und nicht persönlich involviert. Es entsteht eine Art unbeteiligter Informationstransfer zwischen Erzähler und Zuhörer, so als ob jemand eine Zeitung liest und die Informationen erhält. Hier ist es möglich Mitgefühl zu empfinden, empathisch auf den Erzählenden einzugehen und Trost zu spenden.
  2. Ein unkontrollierter unruhiger Geist baut oft und unbewusst Verbindung auf. Sehr oft geschieht dies durch Resonanz, Ärger, Hass, Angst, Sorge oder Zweifel. Ein Beispiel wäre, wenn sich eine Gruppe ein Feindbild aufgebaut hat und der innere Zwang da ist, sich an üblen Gesprächen zu beteiligen bzw. diese noch zu fördern. Man übernimmt unbewusst aufgestaute negative Emotionen von anderen Personen oder der gesamten Gruppe und trägt selbst noch zum Negativismus bei.
  • Im ersten Beispiel existiert eine Wahrnehmung, die ich nutze, um jemanden zu unterstützen: das Erzählte fühlt sich so an, ist jedoch nicht „mein“ Thema.
  • Im zweiten Beispiel ist das Problem, dass man sich mit der Wahrnehmung identifiziert und ohne zu hinterfragen involviert ist. Man wird zum Drama, bestehend aus den Gefühlen anderer, vermengt mit eigenen Interpretationen. Und dieses Drama drängt lautstark danach, ausgelebt zu werden.

Was daher wichtig ist, ist, sich die Frage zu stellen, wo ich Meinungen und Gefühle übernehme und wo ich mit Dingen identifiziert bin, die vermeidbaren Schaden anrichten. Dies gilt für alle Lebensbereiche, sei es die Familie, der Beruf oder der Freundeskreis. Wieso ist es so verlockend, sich durch Empathie mit etwas zu identifizieren, das schadet? Es gibt viele Gründe: Beispiele wären, um sich frei zu fühlen, zu protestieren, sich fühlend zu fühlen, stark wahrnehmend zu sein oder einfach nur, um sich zu empören. Die Frage, die sich stellt, ist, ob ich so wirkliche Freiheit erlangen kann? Ist es Freiheit, wenn negative Gedanken Lebens bestimmend werden?

Was ist Intuition?

"Die Intuition (v. lat.: intueri (deponens), betrachten, erwägen; eigentlich‚ angeschaut werden, daher auch passiver Sinn von Eingebung, ahnendes Erfassen; PPP intuitum) ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen zu erlangen, ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes, also etwa ohne bewusste Schlussfolgerungen. Das vom Substantiv Intuition abgeleitete Adjektiv ist intuitiv. Intuition ist ein Teil kreativer Entwicklungen. Der die Entwicklung begleitende Intellekt führt nur noch aus oder prüft bewusst die Ergebnisse, die aus dem Unbewussten kommen. Kritisch ist hierbei zu sehen, dass bei positiver Wirkung einer (zunächst nicht begründbaren) Entscheidung gerne von Intuition gesprochen wird, während man im Falle des Scheiterns schlicht "einen Fehler gemacht" hat, wobei es gerade keinen Mechanismus gibt, zu prüfen, welche mentalen Vorgänge zur jeweiligen Entscheidung führten." Quelle: Wikipedia(4).

Ähnlich wie bei Empathie kann auch hier der menschliche Wille zur Verzerrung wahrer Intuition beitragen. Manchmal wird jegliche Regung des Egos mit Intuition, Erkenntnis und Wissen gleichgesetzt.

Wahre Intuition ist eine Quelle der Inspiration. Man erkennt völlig klar und oftmals emotionslos: dies ist der Weg! Oder: handle schnell, sei vorsichtig, handle so, aber nicht so. Jene Intuition geht dann weit über Regungen des Egos hinaus. Intuition kann sogar sehr oft das absolute Gegenteil von dem sein, was ich gerade will. Und dennoch erfordert der Lauf der Dinge, dies dann trotzdem umzusetzen. In diesen Momenten wahrer Intuition ist man sehr ruhig - es ist "klar". Man ist "klar", gefasst und weit - verbunden mit der Erkenntnis selbst. Wahre Intuition ist ein großes Hinweisschild im Strom des Lebens, welches Klarheit, Korrektur und Hilfe liefert.

Auch interessant:  Die eigene Einsamkeit hinterfragen

Wahre Selbstreflexion

Es ist Teil der menschlichen Natur problematischer Handlungsweisen unter dem Mäntelchen der Intuition, Empathie oder Gerechtigkeit zu verkaufen und auszuleben. Selbstreflexion bedeutet, zu erkennen, wer in mir das Sagen hat. Erkenne ich den Teil, der mich wirklich bestimmt, habe ich die Möglichkeit, diesen Teil zu bearbeiten und in Folge loszulassen. Etwas zu Verstehen ist der erste Schritt zur Erkenntnis. Erst durch Verständnis erwächst Vergebung und es kehrt Ruhe in mir ein. Achten Sie daher bei der Selbstreflexion auf die Tricks des eigenen Egos:

  • Mangelt es mir selbst z.B. an Disziplin, erscheinen mir die disziplinierten Menschen im Außen als zu hart, sich selbst kasteiend. Das Ego meint: "Ich muss mich nicht verändern. Es ist alles gut, so wie es ist..."
  • Bin ich selbst z.B. zu ehrgeizig, stur oder willensstark, erscheinen mir die "es gibt nichts zu tun" Menschen im Außen als träge. Das Ego rechtfertigt sich wieder: "Ich muss mich nicht verändern. Mein Ehrgeiz ist schon richtig..."

Wahre, ehrliche Selbstreflexion bedeutet Erlösung von vielem Leid. Selbstreflexion durchbricht den Kreislauf der Schuldzuweisung und Empörung und bringt mich zurück zu meinem eigenen Leben, das es zu verändern gilt. Selbstreflexion befreit mich aus der Rolle des Opfers,  welches die Welt für das eigene Schicksal verantwortlich macht. Eine wunderbare Übung, um Selbstreflexion zu beginnen, sind die Zwillingseigenschaften aus dem Leitfaden zur Selbstreflexion.

Erlauben Sie sich gesunde Empathie, vertrauen Sie Ihrer Intuition, verwenden Sie das Werkzeug der Selbstreflexion und vieles wird klarer und das Leben dadurch leichter!

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Bücher, die ich zum Thema gerne empfehle:

In Verbundenheit,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

Referenzen und weiterführende Informationen:

  • 1 Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/ Empathie (Stand 19.11.2014)
  • 2 Warren JE, Sauter DA, Eisner F, Wiland J, Dresner MA, Wise RJ, Rosen S, Scott SK: Positive emotions preferentially engage an auditory–motor „mirror“ system. In: The Journal of Neuroscience. Band 26, 2006, S. 13067-13075
  • 3 Online im Internet: http://wiki.yoga-vidya.de/Samyama (Stand 19.11.2014)
  • 4 Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Intuition (Stand 19.11.2014)
  • Thomas Menk (2010). Was ist Intuition?. Online im Internet: http://www.mentale-intuition.de/die-intuition/intuition/ (Stand 19.11.2014)
  • Der Standard (2013). Empathie - was die Welt zusammen hält. Online im Internet: http://derstandard.at/1381369645082/Empathie---was-die-Welt-zusammenhaelt (Stand 19.11.2014)
  • Wikipedia (2014). Spiegelneuronen. Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelneuron (Stand 19.11.2014)
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Matthias A. Exl, MBA arbeitete viele Jahre erfolgreich im Ausland in leitenden Positionen internationaler Konzerne. Es folgte eine Phase der Neuorientierung, in der sich Matthias die Frage stellte, ob Geld, Status und Macht tatsächlich glücklich machen können. Im Streben nach Werten und Sinn verlagerte Matthias seine Tätigkeit in den NPO Bereich. Matthias ist Initiator des erfolgreichen Zauberwald Projekts und publizierter Autor (vgl. „Befreie dich selbst! Über die Kunst wahrhaftig zu leben“, 2008). Außerdem arbeitet Matthias als Spezialist für digitales Marketing, freier Journalist, bloggt auf https://befreie-dich-selbst.com über philosophische Themen und ist Gründer von Two Wings und Digicube.

Kommentare

  1. Lieber Matthias,

    danke für deine Gedanken über “Empathie und Intuition richtig nutzen”.

    Ich habe heute wieder mal in MICH hineingehört,und bemerkt das in der Ruhe die Kraft liegt.

    Oft sagt man/frau ES so leicht dahin diesen Satz,doch ihn auch zu spüren oder fühlen,ist dann wieder ganz anderst….
    Selbstreflexion ist für mich nun auch sehr helfend geworden,wenn ich mal wieder die “Schatten” der Vergangenheit “eingeladen” habe,und sie sich an meinem Tisch “breit” gemacht haben….

    Mir fällt grade kein besseres Beispiel ein….Das sind oft so ungebetene Gäste,die ziemlich “frech” sind….

    Ein Teil von mir, will manchmal ein Geschehnis nicht wahr haben,und dann trauere ich und fühle mich ganz klein und winzig………Dann brechen alle Schleusen und ich MUSS es rausweinen,fliessen lassen…..

    Die Ruhe, die danach einkehrt ist für mich heilsam…………..

    Ich sass bereits an vielen Betten und habe viele Leidende getröstet,NUN kann ich auch endlich meinem tiefen Schmerz die Türe öffnen, damit er hinaus kann…………………Ich habe mich lange gewehrt,und vieles “tapfer” er- und getragen,nun schleppe ich ES nicht mehr wie einen Klotz hinterher,sondern lasse es langsam von meinen Schultern gleiten….Das ist nun mein Weg!!

    herzensgrüsse an Dich,lieber matthias

    Rebekka

    1. Author

      Liebe Rebekka,
      danke dir für deine so wichtigen Zeilen. Mit jedem Schritt des sich selbst Begegnes, mit jedem Schritt des Loslassen von Altem ist man genau einen Schritt weiter am Weg zur dauerhaften Leichtigkeit.
      In Verbundenheit,
      Matthias

  2. Lieber Matthias! Es ist interessant zu erfahren,wie Gefühle Täuschung erzeugen.Doch es ist unser Ego,dessen
    Spiel schwer durchschaubar ist.Durch Beobachtung der Gedanken,sowie deren Umsetzung,ist Erkennen möglich.
    Ein Lernen,durch Weitergabe Deines Wissens, schafft neue Wege,um einiges zu erkennen,sowie verstehen.
    Es ist mit soviel Freude verbunden,Dich zu lesen,sowie in der Nähe zu Wissen.

    Lieben Gruß

    Gerti

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