Über den Umgang mit unangenehmen Menschen

In Gesundheit für die Seele by Matthias A. Exl6 Kommentare

Wie schwer es sein kann, im Herzen freundlich zu bleiben, durfte ich vor kurzem bei einer Begegnung der unerwünschten Art erleben. Und dennoch gilt es, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass Groll nur die glühende Kohle in der eigenen Hand ist, die man festhält, während man sich verbrennt.

Loslassen gestaltet sich oftmals als besonders schwer, wenn man mit Ungerechtigkeit konfrontiert ist. Darum heute ein paar lebensnahe praktische Tipps, wie man die Freundlichkeit im Herzen wiederfindet. Keine Sorge, dies wird nicht einer jener Artikel, der Ihnen das Ärgern verbietet. Auch wenn es in der alternativen Szene zum guten Ton gehört, sich gegenseitig in Gelassenheit zu überbieten, gehe ich in diesem Artikel einen etwas anderen Weg.

Kürzlich hatte ich eine Begegnung mit einem etwas unangenehmen Beigeschmack. Ich traf jene Art Menschen, die genauer über mein Leben Bescheid wissen als ich selbst. Selbstgefällig wurde hier erklärt, was ich in meinem Leben anders hätte machen müssen, es sei schließlich offensichtlich und aus selbstverständlich gut informierten Quellen hätte man ja auch wesentliche Informationen erhalten. Der Verdauungsprozess der erhaltenen verbalen Zwangsernährung dauerte ein paar Tage, bis das System sich von dem selbst mit verursachten Übergriff erholt hatte.

Wieso lässt man sich auf unwürdige Situationen ein?

Die essentielle Frage, die Sie sich beim Lesen vielleicht schon gestellt haben, lautet: wieso lässt man sich überhaupt auf ein Gespräch ein, dass einem nicht gut tut? Antworten gibt es hier viele: die Einen erhoffen sich weitere Informationen, andere sehen es als eine Möglichkeit, sich zu verteidigen. Und es gibt Menschen wie mich, die ganz banal überrumpelt sind und statt: "Hallo und auf Wiedersehen" nur ein "Hallo, wie schön dich zu sehen (*hüstel*) und jetzt schenke mir ordentlich ein..." über die Lippen bekommen.

Worüber ich mich also ärgere, ist nicht das, was ich gesagt bekomme, sondern vielmehr über mich selbst, dass ich mich

  1. in eine solch unwürdige Situation begeben habe;
  2. wieder besseren Wissens mit Menschen unterhalte, die mir gegenüber offensichtlich negativ eingestellt sind;
  3. von Sprachlosigkeit erschlagen dem Redeschwall des Anderen hingebe;
  4. dem aufsteigenden Unwohlsein nur schwer erwehre und immer noch nicht die erlösenden Worte "Lass mich in Ruhe" finde.

Was hat all dies mit Freundlichkeit, Wut und Selbstfindung zu tun?

 Die Antwort ist einfach: "alles!".

Offensichtlich gilt es hier, etwas zu lernen und Schmerzpunkte zu überwinden. In Kaschmir erklärte ein Sufi Sandra und mir, wie wichtig es sei, dass man sich - soweit wie möglich - nur mit Personen umgibt, die einem selbst gut tun. Es geht hierbei nicht darum, zu bewerten oder zu urteilen, ob das Leben des Anderen nun richtig oder falsch ist. Es geht nur darum, sich selbst zu fragen, was einem selbst gut oder nicht gut tut. Mit dem Anderen hat dies reichlich wenig zu tun.

Komme ich nun in eine Situation, in der ich jemanden begegne, der eine sofortige allergische Reaktion in mir auslöst, ist es besser, sich dem Allergen nicht auszusetzen. Tue ich dies trotzdem aus den vorher genannten Gründen, muss ich auch damit rechnen, einige Tage lang die Suppe auslöffeln zu dürfen. Wut folgt dem Ereignis, die oftmals auf die Person projiziert wird, die man getroffen hat.

Selbstverständlich stellt sich die Frage, ob jenes Allergen nun deswegen ein Allergen ist, weil ich selbst einen wunden Punkt in mir auszuheilen habe, oder ob die andere Person schlicht und einfach gerne schlecht über andere Menschen spricht, verurteilt, tratscht oder Bösartigkeiten anderer Form auslebt. Hier ist nun der Unterschied zu jener Art von Spiritualität, die oftmals falsch verstanden meint, jeden inniglich umarmen und dabei wie eine indische Kuh selig vor sich hin kauend die eigene Gelassenheit der Öffentlichkeit präsentieren zu müssen.

Daher mein Ratschlag: haben Sie den Mut, gewisse Kontakte einfach abzubrechen. Erlauben Sie sich, nicht jedes Gespräch zu führen bzw. es einfach abzubrechen, auch wenn dies vielleicht vom Anderen etwas anders erwartet wird. Geben Sie sich selbst die Erlaubnis, nicht jedermanns Freund sein zu müssen. Ja, Sie haben auch ein Recht auf ein Nein, wenn ein Gespräch entgleist und das Gegenüber meint, Sie zwangsbeglücken zu müssen. Wer sind Sie, dass Sie sich für Ihr selbst gewähltes Leben entschuldigen oder rechtfertigen müssen?

Jeder kämpft seinen Kampf - Freundlichkeit wiederfinden

Wie lasse ich nun los, wenn der Ärger überhand genommen hat?

  • Machen Sie sich bewusst, dass Sie kein Opfer sind! Sie haben immer die Wahl, eine Verbindung zu einer Person oder einer Gruppe aufrecht zu erhalten oder nicht. Machen Sie von dieser Wahl Gebrauch und fühlen Sie sich nicht schlecht dafür.
  • Es ist an der Zeit sich bewusst zu machen, dass nichts einfach nur so geschieht. Im Gegenteil: jedes Ereignis beruht auf Synchronizitäten, einem perfekten Plan, der für jeden das perfekte Lernumfeld darstellt. Lernen Sie, klar zu artikulieren und auch Grenzen zu setzen (hier helfen sicherlich Affirmationen und die Arbeit mit dem Leitfaden zur Selbstreflexion).
  • Verurteilen Sie sich nicht selbst! Ja, Sie haben sich geärgert. Sie erkennen die Ursache. Und Sie erhalten eine weitere Chance, sich noch einmal mit der Thematik auseinanderzusetzen. Freuen Sie sich darauf!
  • Verurteilen Sie den "Botschafter" nicht. Jeder Mensch kämpft seinen eigenen Kampf, von dem Sie nichts wissen. Genau aus diesem Grund gilt es, die Freundlichkeit im Herzen wiederzufinden. Sie haben jedes Recht, "NEIN" zu sagen. Sie haben jedes Recht, auch vor sich hin zu schimpfen, wenn eine Situation entgleist ist. Doch finden Sie im Herzen die Ruhe wieder, die Ihnen jederzeit erlaubt, ohne Groll auf den Mitmenschen zu blicken. Denn nur dann sind Sie frei und halten die glühende Kohle nicht fest, die nur Ihre eigene Hand verbrennt. Vergessen Sie nicht: Groll auf den Anderen ist letztendlich IHR eigenes Arbeitsthema.
  • Wie können Sie dies umsetzen? Durch die Übung des Loslassens mittels der Acht von Phyllis Krystal. Diese Übung hilft bei der Auflösung von falschen Bindungen.
  • Zu guter Letzt: nehmen Sie es nicht so schwer... Jeder Mensch kennt diese Situation, jeder wurde irgendwann mit Ungerechtigkeiten konfrontiert. Lassen Sie diese mit einem lachenden und einem weinenden Auge los, es zahlt sich aus!
Auch interessant:  Was tun bei Angst?

Alles in allem ist es so, dass ich mich schon jetzt auf die nächste Begegnung der besonderen Art freue: wieso? Weil es wieder ein perfektes Lernumfeld sein wird, bei welchem ich überprüfen kann, ob es mir nun gelingt, sich auf ein Gespräch NICHT einzulassen und einfach weiterzugehen. Frei nach: danke lieber Botschafter, ich habe mir einmal die Finger verbrannt, heute darfst du weiterziehen und jemand anderen beglücken...

Anleitung zur Selbstreflexion - Eine Frau, die an einem Teich sitzt und ein Buch liestMein Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, habe ich einen Leitfaden zusammengestellt, in dem ich beschreibe, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen. Die Abonnenten meines Blogs (das Abo ist kostenlos) können den Leitfaden zur Selbstreflexion gratis herunterladen. Hier kannst du dich eintragen, wenn du über neue Artikel von mir informiert werden möchtest, inklusive Gratisdownload meines achtseitigen Booklets.

Hat dir gefallen, was du hier gelesen hast? Um in Zukunft keine Artikel zu verpassen, kannst du dich hier mit mir verbinden: Facebook, Twitter, Google+ Profil. Keine Sorge, ich spamme nicht, wie Tausende von Followern bestätigen!

Bücher, die ich zu diesem Thema "Bis hierhin und nicht weiter" sehr gerne empfehle:

In Verbundenheit,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

The following two tabs change content below.
Matthias A. Exl, MBA arbeitete viele Jahre erfolgreich im Ausland in leitenden Positionen internationaler Konzerne. Es folgte eine Phase der Neuorientierung, in der sich Matthias die Frage stellte, ob Geld, Status und Macht tatsächlich glücklich machen können. Im Streben nach Werten und Sinn verlagerte Matthias seine Tätigkeit in den NPO Bereich. Matthias ist Initiator des erfolgreichen Zauberwald Projekts und publizierter Autor (vgl. „Befreie dich selbst! Über die Kunst wahrhaftig zu leben“, 2008). Außerdem arbeitet Matthias als Spezialist für digitales Marketing, freier Journalist, bloggt auf https://befreie-dich-selbst.com über philosophische Themen und ist Gründer von Two Wings und Digicube.

Kommentare

  1. Lieber Matthias,

    DANKE für deinen Beitrag und die Schilderung “DEINES ÄRGERS” betreffend der Begegung (en) die du vor kurzem gemacht hast.Mir fällt dazu der Satz ein: Es ist besonders leicht fest,mit beiden Beinen im Leben anderer zu stehen!!!

    An dich dürften sich viele Hoffnungen geknüpft haben,nun hast du einen von anderen Menschen “vorgedachten oder im Kopf vorgewünschten Pfad” verlassen und schlägst einen neuen Weg für dich ein……

    Wo doch so viele andere immer wissen was einem selber GUT tut!!!!

    JA,ich persönlich glaube,das Ärger und Zorn oder auch das Gefühl der Enttäuschung zugelassen werden MUSS,und ich kann es sogenannten EWIG gelassenen Menschen einfach nicht abnehmen,das sie IMMER gelassen sind und über ALLES stehn.

    Denn ALLES ist LEBEN!!!!!

    Muss zur Arbeit,und darf mich heute wieder einer Herausforderung stellen!!
    Wollte dir nur kurz vorher noch meine Gedanken senden und danke dir für deine erfrischende EHRLICHKEIT!!!!!

    umarme dich aus Wien nach Sörg
    Herzensgrüsse

    Rebekka

      1. Lieber Matthias,

        ich danke auch dir von Herzen!!!!

        Umarmung aus Wien ins Kärntnerland

        Rebekka

  2. Ein Thema, dass ich auch immer selbst zu bearbeiten habe. Ich handele so – so denk ich jedenfalls – aus “Angst vor dem Feind”, mit anderen Worten, ich will der Konfrontation aus dem Weg gehen, Oft gelingt das aber nicht, weil mein Verhalten missgedeutet wird und sich der verbale “Streithahn” noch ermuntert fühlt. Ich brauche einfach nur das Erkennen und ein Lächeln ob des Verhaltens der Menschen der anderen Art. Ich wünsche mir, ich könnte es öfter abrufen. Grüße Emma

    1. Author

      Liebe Emma,
      danke dir für deine Zeilen und guten Gedanken. Ich denke es geht vielen Menschen so wie dir. Grundsätzlich bin auch ich sehr konfliktscheu (gewesen). Mit der Zeit wurde ich “gezwungen” zu lernen, wie man Konflikte führt und die Angst davor abzubauen. Harmonie Sucht führt – wie du es auch beschrieben hast – sehr oft genau zu jenen Konflikten, die man zu vermeiden versucht hat.
      In Verbundenheit,
      Matthias

  3. Liebe Emma,

    gestatte mir auch ein paar Zeilen zu deinen Gedanken bzw.Schilderungen über Konfrontationen.

    JA,JA DAS kenne ich auch gut,ich wünschte mir oft,ich hätte ES als Kind schon gelernt,wie man mit Konfrontationen GUT umgeht. Ich habe da auch oft eine “Schleife” gezogen oder wollte mich aus Angst nicht darauf einlassen und schlussendlich war ES trotzdem nicht anderst “auflösbar” und MUSSTE ausgetragen werden.

    ICH bin zwar heute noch kein “Streithansl” geworden doch lerne ich nun auch besser mit sich anbahnenden “Gewittern und deren Ausläufern” umzugehen.

    Es blitzt und donnert,danach gehts gereinigt wieder weiter.

    Und ich muss mich ja auch nicht an jedem Konflikt beteiligen,oder ihn zu meinem eigenen machen.

    liebe grüsse

    Rebekka

Was meinst du? Teile deine Gedanken mit mir...