Das Wesen der Liebe – Eifersucht und Angst. Teil 3

In Gesundheit für die Seele by Matthias A. Exl4 Kommentare

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft. Doch ist dies wirklich so oder ist auch dies wieder ein als allgemein gültig postuliertes Dogma? Gerade im alternativen Bereich wird Eifersucht und Angst ausnahmslos als „das eigene Thema“ dargestellt, das es zu erlösen gilt.

Viele Jahre war auch für mich Eifersucht kein Thema. Das hohe Ziel der allgemein gültigen, nicht bewertenden Liebe war zentral in meinem Herzen und nur selten gab es Aufregung, Angst oder gar Eifersucht. Doch wie das Schicksal oft so spielt, durfte auch ich persönlich lernen, was es bedeutet, Angst zu haben oder Eifersucht zu verspüren. Ein guter Ansatzpunkt für den heutigen Teil 3 der Serie „Das Wesen der Liebe“.

Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich

Wieso ist der Mensch eifersüchtig? In diesem Beitrag klammern wir nun Situationen komplett aus, in denen ein Partner tatsächlich mit dem anderen Geschlecht flirtet oder gar fremdgeht. Es sei nur so viel erwähnt: selbstverständlich gibt es Beziehungsmodelle wie z.B. Polyamorie, die daran arbeiten gewollt in einer Liebesbeziehung zu mehreren Menschen zu leben. Dies zeigt uns, dass auch hier ein Dogma verkehrt wäre, das da sagt: nur eine monogame Beziehung ist „richtig“. In diesem Beitrag widmen wir uns rein der Angst bzw. der Eifersucht, die selbstverständlich auch in Polyamorie-Beziehungen auftreten kann.

Wer die brennende Eifersucht in sich spürt, kennt auch die Gedanken, die von der Angst begleitet werden: „Ist ein anderer besser für meinen Partner als ich?“, „Genüge ich?“, „Werde ich ersetzt?“ und ähnliches. Die Natur jener Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich, dem ich entweder körperlich, intellektuell, emotional oder sexuell nicht standzuhalten fürchte. Ich meine also, „Andere sind besser als ich“. Dies könnte vielleicht auch der Partner entdecken und mich deswegen verlassen. Es ist klar, dass im Kern dieser Eifersucht ein Mangel an Selbstwert steckt. Es ist die Angst, nicht zu genügen, ersetzt zu werden. Wer sich hier angesprochen fühlt, dem empfehle ich meinen Beitrag „Selbstwert: Das hässliche Entlein – Bin ich gut genug?“.

Nun gehen wir einen Schritt weiter: gibt es Eifersucht aus einem anderen Grund als pure Angst, eine Eifersucht, die eine positive Wirkungsweise zeigt?

Eine schöne Art der Eifersucht?

Im letzten Beitrag schrieb ich über „Die große Liebe“ und den Gleichklang der Seelen. Nun ist es so, dass in diesem Fall Getrennt sein von seinem Partner tatsächlich Schmerz bedeutet. Es ist kein Gefühl der Angst vor Verlust oder Angst vor dem Ausgetauscht werden da. Und dennoch existiert ein Eifersucht ähnliches Gefühl der Getrenntheit, wenn man gerade nicht zusammen sein kann. Der Gleichklang erzeugt ein unbeschreibliches Gefühl der Einheit. Getrenntheit jedoch erzeugt Reduktion. Es ist mir bewusst, dass einige nun entgegnen werden, dass „jene Einheit“ im Selbst/in Gott immer da ist, immerwährt und dass diese Empfindungen nur eine Regung des Egos seien…

Ich sage dazu lediglich, dass jene Einheit mit dem Partner eine Verkörperung der Einheit Gottes ist. Zwei Pole, die zu einem verschmelzen. Jene Verschmelzung löst Wogen von Emotionen aus, die unbeschreiblich schön in ihrer Art sind. Und hier kann es zu einem Gefühl kommen, das ähnlich der Eifersucht, jedoch ohne einem destruktiven Beigeschmack ist. Was ist zu tun? Nichts, außer jeden Tag Danke zu sagen und das Erlebte zu genießen.

Angst als ein Aspekt der Liebe

Ich denke, es ist nur natürlich, dass viele Menschen in ihren Beziehungen Ängste erleben. Beziehungen sind ein Erkenntnisprozess. Erkenne ich an, dass ich in diesen wachsen kann, werde ich meine Lektionen auch lernen. Doch mit jeder Lektion sollte ich mir bewusst sein, dass auch negative Erfahrungen nicht ausschließen, dass es positives Erleben zukünftig noch geben kann. Was es hier zu überwinden gilt, ist der Glaube, dass sich alles wiederholen muss. Negative Erfahrungen bergen in sich die Gefahr, noch mehr Angst vor einer Wiederholung des Ereignisses zu haben. Die Folge: ich öffne mich (noch) weniger, vertraue (noch) weniger, gebe mich (noch) weniger hin. Der Schlüssel hier ist, zu erkennen, dass sich Dinge nur dann wiederholen, wenn ICH mich nicht verändere. Bleibe ich in meinen Verhaltensweisen derselbe sture Mensch, der ich einst war, ist der Weg für dieselbe, ähnliche oder noch schlimmere Erfahrung bereits geebnet. Hier gilt es sehr selbstkritisch Bilanz zu ziehen und bereit zu sein, alte Muster zu überwinden, komplett neues zu versuchen und sich darauf einzulassen sowie die eigenen hochgehaltenen Dogmen über Bord zu werfen. Mehr zu diesem Thema habe ich hier geschrieben: „Was tun bei Angst?“ und „Veränderung: haben Sie keine Angst!“.

Auch interessant:  Spiritualität im Alltag

Vergessen Sie nicht: es gibt kaum einen Menschen, der keine Angst hat. Wir sind sehr komplexe Wesen, unsere Erfahrungen der Vergangenheit hinterlassen Spuren. Doch jeder macht diese! Auch wenn ich Ihnen vielleicht zu nahe trete: dramatisieren Sie Ihre Erfahrungen nicht. Hören Sie auf, über diese ewig zu jammern und zu verurteilen. Es ist an der Zeit, jammerfrei zu werden und Ja zum Leben zu sagen. Wie lange noch möchten Sie sich in der Angst und dem Schmerz suhlen, wenn doch da draußen der Sonnenschein auf Sie wartet?

Es ist an der Zeit. Fangen Sie an, mehr über sich selbst zu lachen und sich der Freude des Augenblicks, der frei von der Vergangenheit ist, hinzugeben! Damit gestalten Sie eine fruchtbare Zukunft. Liebe ist Vertrauen. Vertrauen in das Leben und in einen selbst!

Hier geht es zu Teil 1 “Was ist Liebe” und hier zu Teil 2 “Die große Liebe” der Serie über die Liebe.

Bücher, die ich zum Thema Eifersucht gerne empfehle:

Anleitung zur Selbstreflexion - Eine Frau, die an einem Teich sitzt und ein Buch liestMein Geschenk an dich: Leitfaden zur Selbstreflexion

Für jene Menschen, die selbständig an sich arbeiten wollen, habe ich einen Leitfaden zusammengestellt, in dem ich beschreibe, wie du auf ehrliche und systematische Weise Selbstreflexion betreiben kannst. Du findest darin praktische Tipps, wie du all jene unbewussten Muster aufspüren kannst, die so viele Probleme verursachen. Die Abonnenten meines Blogs (das Abo ist kostenlos) können den Leitfaden zur Selbstreflexion gratis herunterladen. Hier kannst du dich eintragen, wenn du über neue Artikel von mir informiert werden möchtest, inklusive Gratisdownload meines achtseitigen Booklets.

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In Verbundenheit,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

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schorse

Hab heute deine Vertiefungen über die Liebe gefunden. Gern ein Aspekt erneut in anderen Worten. Man muss Gefühle zu Ende fühlen. Einerseits mit und anderseits auch ohne den Partner, wenn man diesen gefunden hat. Meine schwere Kindheit ist Vergangenheit und erst nachdem ich all den Schmerz erneut gelebt habe in mir, konnte ich ihn loslassen. Er ist einfach verflogen. Ein Lernthema wurde abgeschlossen. Es befreit und da ja die Liebe ein Kind der Freiheit ist, ist es wie Nahrung für die Seelen von Liebenden. Ich fühle deinen Schmerz gern, weil mit Vertrauen und Liebe möchte ich, dass es Dir gut… Weiterlesen »

Das ist wirklich ein ganz wunderbarer, inspirierender Artikel! Sehr schön verfasst und genau auf den Punkt gebracht! Vielen Dank dafür!