Ein Mann, der auf einem Seil balanciert

Gedankenspiele, Polarität und Selbstfindung

In Gesundheit für die Seele by Matthias A. Exl0 Kommentare

Nach meiner Veröffentlichung eines politischen Beitrags bzw. Eröffnung von Zeitkritik.org schrieb mir eine Leserin: „Was ist mit Ihnen wohl passiert? Einfach "Sein" das ist das richtige Lebensmotto. Die vielen zerfleischenden Gedankenspiele lenken Sie nur vom echten Leben ab. Ich wünsche Ihnen den wahren Seelenfrieden“. Für den Wunsch des wahren Seelenfriedens kann ich mich nur bedanken. Die Leserin hatte mit ihrer Nachricht insofern recht, als dass sich die Frage stellt, wie Selbstfindung mit meinen „Gedankenspielen“ zusammenpasst.

Zuerst freue ich mich, euch mitzuteilen, dass ich vorhabe, diesen Blog wieder intensiver zu beleben. Der erste Schritt war, dass ich den Blog auf den Titel meines Buchs „Befreie dich selbst! Über die Kunst, wahrhaftig zu leben“ umbenannt habe und auf die Domain www.befreie-dich-selbst.com umgezogen bin. Dabei sind zwar alle „Beitragslikes“ verloren gegangen, aber: so what! Es ist der richtige Ort, um Selbstfindungsfragen zu behandeln. Dies war auch der Grund, warum ihr als Abonnenten die Benachrichtigung von dieser Seite erhalten habt. Außerdem habe ich einige Artikel eingepflegt, über die ihr keine Nachricht erhalten habt (siehe die letzten Posts). In Kürze startet hier am Blog eine Interviewserie mit dem Namen „Zehn Fragen an…“ wo ich Bloggerkollegen, die sich mit Spiritualität, Selbstfindung oder Philosophie auseinandersetzen, gerne auch kritisch auf den Zahn fühle. Doch nun zum eigentlichen Artikel:

Einfach „Sein“ ist das richtige Lebensmotto. Wirklich?

Selbstverständlich sind am Selbstfindungsweg Übungen der Selbsterfahrung und die Erkenntnis "des Seins“ oberste Prämisse. Im „Hier und Jetzt“ zu verweilen und Gedankenkaskaden nicht nachzugeben, ist die Essenz. Nicht nur bei Eckhart Tolle oder der Advaita Vedanta, sondern auch von vielen anderen spirituellen Disziplinen. Wie gerne gibt sich der Geist seinen Spielchen hin, wie viel unerkannte Resonanzen warten nur darauf, betrachtet zu werden. Wieso also sich mit Kinderkram wie Politik auseinandersetzen, wo ich doch schon so weit gereift bin? Achtung: Satire!

Ich denke, viele am Selbstfindungsweg erliegen dem Irrtum, dass das „Hier und Jetzt“ eine Auseinandersetzung mit sehr irdischen Dingen ausschließt. Wir leben in einer Welt der Gegensätze, einem System der Polarität, die uns in jeder Sekunde als Lebewesen betrifft. Sie schenkt uns Erkenntnis und Einsicht, lässt uns reifen und macht uns weiser. Wie? Indem der jeweilige Erkenntnisstand durch die Polarität Freude oder Schmerz, Lärm oder Ruhe erzeugt.

Wie wirkt sich Polarität aus?

Selbstlosigkeit ohne wahre Selbstliebe pervertiert zu selbstzerstörerischer Aufopferung. Selbstliebe ohne gelebter Selbstlosigkeit lässt Egozentrik entstehen. Wahre Hingabe ohne Durchsetzungskraft lässt den Menschen zu einem unterwürfigen „Ja“-Sager werden. Durchsetzungskraft ohne Hingabe lässt Tyrannen entstehen. Dies ist auch der Grund, wieso ich in meinem Buch den Fokus auf die Arbeit mit den Zwillingseigenschaften gelegt habe, die ja eine Bearbeitung von Eigenschaftspaaren darstellt.

Wir erkennen: keine Eigenschaft für sich alleine gestellt ist „gut“, sondern es benötigt auch den Gegenpol, um eine Balance zu finden und damit wahrhaftig zu leben und „zu sein“. Blende ich eine Seite der Schöpfung geflissentlich aus - wie es viele „Licht und Liebe“-Menschen oft und gerne tun - stagniere ich in meiner Entwicklung.

Genau aus diesem Grund ist die Auseinandersetzung mit sehr weltlichen Dingen äußerst wichtig, um kein kalter, egozentrischer, vergeistigter, vom Leiden der Welt unberührter Blender zu werden, der unangenehme Aspekte ignoriert bzw. völlig ausgeblendet hat. An einer Auseinandersetzung mit ethisch verwerflichen Dingen, die momentan in unserer Gesellschaft geschehen, ist nichts auszusetzen - im Gegenteil: es ist an der Zeit, dass viel mehr couragierte Menschen aufstehen und aus der Rolle der passiven Mittäterschaft aussteigen!

Der zweite Stolperstein: Dualität und die Bewertung von Fehlern

Dualität betrachtet Aspekte von einer wertenden Perspektive: Was ist „gut“? Was ist „schlecht“? Selbstverständlich ist aus göttlicher Perspektive, dem "Wahren Sein" nichts gut oder schlecht, alles ist. Wieso sich also über etwas ärgern? Wieso also über Fehler, die keine sind, nachdenken? Aus der Sicht des Ganzen ist meine Auseinandersetzung mit weltlichen Fragen oder Fehlern, wie sie eben mitunter in der Politik geschehen, scheinbar sinnlos. Wieso dies nicht so ist, habe ich bereits in diesem Artikel beantwortet: „Gibt es Fehler?“.

Auch interessant:  Höre auf zu suchen, während du voller Hingabe suchst!

Die kurze zusammenfassende Antwort lautet: Selbstverständlich gibt es Fehler und selbstverständlich haben wir für diese auch die Verantwortung zu übernehmen und müssen handeln.

Das echte Leben und Gedankenspiele

Heute bin ich überzeugt davon, mehr „das echte Leben“ zu leben denn je: habe ich mich doch von jenen Aspekten der Scheinspiritualität befreit, die mich lange im Bann hielten. Dem Irrglauben, alle Gefühle, ja sogar Lebensfreude zur Ruhe zu bringen. Dem Irrglauben, am täglichen zwischenmenschlichen Zusammenlebens nicht teilhaben zu müssen oder zu sollen. Dem Irrglauben, dass wahrer Seelenfrieden bedeutet, jegliche Verbindung zur Polarität zu verlieren. Frei nach: Ist der Fokus nach Außen gerichtet, kann ich nicht gleichzeitig nach Innen blicken... Doch langjährige Leser meines Blogs wissen: "Wer sagt das?" - das Ego. Über die Auflösung meiner Trugschlüsse schrieb ich einst in "Auferstehung der ungelebten Lebensfreude".

Heute weiß ich, wie wichtig es ist, das Leben voller Lebensfreude zu leben. Ich habe erkannt, dass es notwendig ist, sich an aktuellen Geschehnissen, wo man die Möglichkeit und Fähigkeit hat, zu helfen, zu beteiligen. Nutze die Gaben, die du bereitgestellt bekamst zum Wohle aller. Denn vergessen wir nicht: Wer ist der wahre Weise? Der, der am leidenden Kind vorbeigeht und sagt: „Ich bin vom scheinbaren Leid der anderen unberührt, es ist eine Illusion“ oder der, der sich bückt, das Kind in den Arm nimmt, tröstet und in der Art hilft, wie es ihm möglich ist?

Ich tue, was ich tun kann, mit den Mitteln, die mir gegeben wurden. Und ich freue mich jeden Tag auf das Neue darüber, jenseits von Floskeln, die da lediglich zu sagen wissen: „Sei einfach!“, einfach zu sein.

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Herzliche Grüße,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

 

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Matthias A. Exl, MBA arbeitete viele Jahre erfolgreich im Ausland in leitenden Positionen internationaler Konzerne. Es folgte eine Phase der Neuorientierung, in der sich Matthias die Frage stellte, ob Geld, Status und Macht tatsächlich glücklich machen können. Im Streben nach Werten und Sinn verlagerte Matthias seine Tätigkeit in den NPO Bereich. Matthias ist Initiator des erfolgreichen Zauberwald Projekts und publizierter Autor (vgl. „Befreie dich selbst! Über die Kunst wahrhaftig zu leben“, 2008). Außerdem arbeitet Matthias als Spezialist für digitales Marketing, freier Journalist, bloggt auf https://befreie-dich-selbst.com über philosophische Themen und ist Gründer von Two Wings und Digicube.

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