Ein Mann springt über einen Fels

Wie treffe ich eine Entscheidung?

In Gesundheit für die Seele by Matthias A. Exl2 Kommentare

Vielen Suchenden fällt es sehr schwer, scheinbar wichtige Entscheidungen zu treffen. Oft hört man die Frage: „Was ist denn die richtige Entscheidung in einer bestimmten Situation?“. Tatsächlich ist es aber so, dass es kein richtig oder falsch in der Entscheidung gibt. Vielmehr findet nur ein Bewerten des „Ich“ statt, eine Bevorzugung einer daraus resultierenden Konsequenz – während das „Selbst“ in der Situation vollkommen unberührt ist… Was dies mit Urteilen und dem Ego zu tun hat, beschreibe ich in diesem Artikel.

Menschen klagen über die momentane Wirtschaftssituation, Unsicherheiten am Kapitalmarkt, ein daraus resultierendes Mehr an Schulden und wissen nicht, was sie tun sollen. Oder die Thematik ist eine "für die Zukunft" wichtig scheinende Berufsentscheidung oder eine Beziehungsfrage, die Ängste verursacht. Viele würden gerne wissen, was die Zukunft bringt, um daraus Schlüsse zu ziehen, was die richtige Entscheidung sei und was nicht. Gleichzeitig ist es aber oft so, dass Ratschläge Dritter die Zukunft betreffend, in keinster Weise helfen, eher mehr zur Verwirrung beitragen. Verwirrung, die dann eine Entscheidung noch schwieriger erscheinen lässt. Doch wer ist es, der diese Schwierigkeiten bei Entscheidungen empfindet? Wer ist es, der meint, dass eine Entscheidung wichtig ist?

Passivität und Aktivität

Die Verwirrung des Ego's hat sich über Jahrzehnte in uns gestärkt, verfeinert, ausgebaut und fein säuberlich wurden Ängste, Ablehnung, Zwänge und Zweifeln erzeugt, erhalten und kultiviert – die Natur der wahren Stille und damit verbundene Weisheit ist verloren gegangen.

Einerseits meidet das Ego Veränderung, zu gut scheint das jetzige System zu funktionieren. Krampfhaft, fast kämpferisch wird versucht den Status Quo zu erhalten. Wenn es dann zu Schwierigkeiten kommt und eine Entscheidung ansteht, dann wird gerne die „Gottvertrauen“-Karte als Entschuldigung gespielt: „Ich habe Vertrauen, dass schon alles gut gehen wird“. Übersetzt bedeutet das: „Höheres Selbst, ändere die jetzige Situation so, wie ich sie haben will“. Dies hat nichts mit Vertrauen in das höhere Selbst zu tun, sondern ist vielmehr ein Urteil über eine momentan vorhandene göttliche Situation, die das „Ich“ so nicht haben will. Wahres Vertrauen in das höhere Selbst sagt in diesem Moment: „Höheres Selbst, ich danke dir für diese Situation, die eine Widerspiegelung deiner unendlichen Liebe mir gegenüber ist. Ich verstehe die momentane Situation vielleicht jetzt noch nicht, doch nehme ich diese von Herzen dankbar an, lerne daraus und handle entsprechend.

Oft stürzt sich das Ego in Aktivität: ich muss etwas aus meinem Leben machen, es ist notwendig, dass Ich dies oder das kläre. Die Karte des Ego's, die hier gespielt wird: "Es ist notwendig, dies oder das zu tun", "Man muss ja schließlich..." usw.

Göttlicher Wille geschieht jeden Tag

Es gilt zu erkennen, dass sich göttlicher Wille in jedem Moment manifestiert. Sein Wille geschieht - kein Blatt bewegt sich ohne dass er es will. Erkenne, dass übertriebene Passivität und Aktivität Regungen des Ichs (Ego) sind. Das "Ich" als sich getrennt empfindendes Individuum hat Ziele, Ängst, Sorgen und Zweifel. Das "Ich" ist voll von Wünschen und Dogmen, wie die Zukunft aussehen sollte. Das "Ich" ist seltenst im "Jetzt", präsent, geschweige denn still.  Die beste Medizin, die hilft, sich von den flüsternden Stimmen des Ichs zu befreien ist still zu werden. Absolut still. In jener Stille existiert keine Bewertung, keine Frage, keine Hyperaktivität oder Passivität. In jener Stille ist das Bewusstsein da, dass die göttliche Medizin sehr oft auch eine unerwünschte Änderung in der eigenen Lebenssituation, ein finanzieller Verlust oder berufliche Veränderung sein kann. Wer beurteilt also die Medizin und will diese nicht haben oder unbedingt haben? Erkenne, dass der Schlüssel darin liegt zurückzutreten von den vielen Beurteilungen und Handlungen, die daraus entstehen. Bin ich bereit, die Wichtigkeit der Meinung des „Ichs“ zu relativieren, beginnt Heilung – ich lasse los und bin dankbar: dankbar, eine Möglichkeit zu erlangen, meinen Geiz zu überwinden, dankbar für die Möglichkeit, meine Angst um das Geld zu überwinden, dankbar für die Möglichkeit Gedankenkonstrukte der eigenen Familie zu überwinden, dankbar für die Möglichkeit, meine Besitzgier zu überwinden, dankbar für die Möglichkeit, meine Verlustangst loszuwerden…

Ihr seht, durch die Erkenntnis, dass in empfundener Unruhe es für mich unmöglich ist zu wissen, was für mich gerade jetzt gut oder schlecht ist, reduzieren sich die im Außen gesetzten panische Handlungen von ganz alleine. Dadurch  kehrt Ruhe ein. Durch die Ruhe erhalte ich Klarheit, was zu tun oder zu lassen ist. In der Klarheit fällt auch die Bewertung weg, ob etwas gut oder schlecht ist. Es ist dann einfach klar, dass etwas getan wird oder auch nicht.

Handlungen zu reduzieren bedeutet nicht keine Handlung zu setzen

Was ist nun aber mit den Entscheidungen? Wie fälle ich diese? Für mich ist es durch das Erreichen einer gewissen Stille mittlerweile so, dass "das, was zu tun ist sich in Klarheit offenbart", ohne zukünftige Ereignisse abzuwägen, zu beurteilen und zu hinterfragen. Vielmehr weiß man präsent im Moment ganz genau, was zu tun ist. Doch diese Entscheidungssituationen lösen bei den meisten Menschen eine Gedankenkaskade aus. Wenn ihr diesen Gedanken nachgebt, habt ihr verloren – seid verloren in den Fängen des Ichs, welches denkt. Wieso? Die Entscheidung des Selbst über die Richtung des Weges stand immer fest, das Ego jedoch will diese Entscheidung kontrollieren und wissen, wann, warum, wieso, weshalb, wie und was sind dann mögliche Konsequenzen? Und selbst dies reicht nicht – das Ego will alle möglichen Alternativen kennen. Die meisten treffen unter der Vielzahl aller möglichen Wirklichkeiten dann keine Entscheidung oder zu viele, zu groß ist die Verwirrung über all die verarbeiteten Informationen.

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Es gilt daher am Selbstfindungsweg zu lernen, aktiv und selbstbewusst dem Selbst zu vertrauen und die Gedankenkaskade zu unterbinden – sie hilft nicht, verwirrt nur und erschafft viele unnotwendige Mikrohandlungen. Liebt die Konsequenz, egal wie diese ist: Sie dient nur dazu, das Ich zum Schweigen zu bringen sodass sich das Selbst offenbart. Frei zu sein bedeutet, frei von Ängsten, Zweifeln und Ablehnung zu sein – frei von den Urteilen, den Bewertungen und daraus resultierenden Gedanken und Handlungen. Der Wahnsinn der eigenen Gedanken kommt endlich zur Ruhe.

Dein Selbst, das immer frei strahlte, wird sich dann in seiner Schönheit zeigen. Erkenne, dass du DAS bist – nicht weniger. Wie Baba einst sagte: „Was wir brauchen, ist Verzicht im Handeln, nicht Verzicht auf das Handeln“. Erlaube dir ruhig zu werden, anzunehmen, zu erkennen, dass gerade, wenn man Verlust erlebt, dies die Momente des größten Gewinns sind. Wie könnte ich dann diese Situation beurteilen oder bewerten? Später einmal blickst du auf die Situation zurück und erkennst, wie viel gedankliche Energie du darauf verschwendet hattest und fragst dich: "Wieso hatte ich die Entscheidung nicht schon früher getroffen?". Die Antwort ist: weil das „Ich“ zu laut war, wissen wollte, sein wollte, haben wollte, geizig war, Angst hatte und sich hinter falschem Gottvertrauen des Nichthandelns oder Hyperaktivität versteckte. Sei mutig – lebe und sei! Sei einfach du. Und wie Mooji einst so treffend sagte: "Bitte lass dein Selbst in Ruhe…"

Und verwechsle eines nicht: es geht nicht darum zu sagen: "Ich bin still und jetzt treffe ich eine Entscheidung". Vielmehr geht es darum "zu sein" und Klarheit offenbart sich von ganz alleine - ohne Gedanken, ohne Entscheidung. Der Weg war immer da, ist da und wird immer da sein - ob es "dem Ich" gefällt oder nicht. Es ist ein Spiel und wir alle Spielen die uns zugeteilten Rollen.

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Herzliche Grüße,

Graphische Unterschrift von Matthias Exl

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Matthias A. Exl, MBA arbeitete viele Jahre erfolgreich im Ausland in leitenden Positionen internationaler Konzerne. Es folgte eine Phase der Neuorientierung, in der sich Matthias die Frage stellte, ob Geld, Status und Macht tatsächlich glücklich machen können. Im Streben nach Werten und Sinn verlagerte Matthias seine Tätigkeit in den NPO Bereich. Matthias ist Initiator des erfolgreichen Zauberwald Projekts und publizierter Autor (vgl. „Befreie dich selbst! Über die Kunst wahrhaftig zu leben“, 2008). Außerdem arbeitet Matthias als Spezialist für digitales Marketing, freier Journalist, bloggt auf https://befreie-dich-selbst.com über philosophische Themen und ist Gründer von Two Wings und Digicube.

Kommentare

  1. Hallo Matthias,

    wirklich ein toller Artikel.
    Ich hänge an jeder Zeile und merke wie ich ruhiger werde.
    Jeder ist so in der Lage sich seine Freiheit zu schaffen. Am Anfang bedarf es nur viel Mut und Selbstvertrauen.
    Ich freue mich immer, wenn ein neuer Artikel von dir auf deiner Internetseite erscheint. 🙂

    Ich hoffe dir geht es gut.

    Ganz liebe Grüße

    Adrian

    1. Author

      Lieber Adrian,
      vielen lieben Dank für deine Zeilen. Ich freue mich, dass dir die Beiträge Freude bereiten.
      Danke, es geht mir sehr gut 🙂 Momentan habe ich einfach viel Arbeit und so komme ich nicht so oft dazu, neue Artikel zu verfassen…
      Herzliche Grüße,
      Matthias

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